• <b>Egidio Reale</b><br>"Die faschistische Politik und der Völkerbund". Titelseite der kurzen, im Exil verfassten und in Paris veröffentlichten Schrift, 1932 (Schweizerische Nationalbibliothek). Das Werk, eine Analyse der mehrdeutigen Haltung von Benito Mussolinis Regierung gegenüber dem Völkerbund, war mit einem Vorwort von Graf Carlo Sforza versehen. Der frühere Botschafter Italiens in Frankreich trat 1922 aus Protest gegen die faschistische Politik von seinem Amt zurück.

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Reale, Egidio

geboren 24.4.1888 Lecce, gestorben 1.11.1958 Locarno, ital. Staatsangehöriger. Sohn des Vito, Bauunternehmers, und der Antonia geb. Zaccaria. ∞ Teresa (Tina) Garbini. Rechtsstud. an der Univ. Rom, 1910 Promotion. Anwalt. Beitritt zur republikan. Partei, ab 1914 in deren Vorstand. Befürworter des Kriegseintritts Italiens und Kriegsteilnehmer. Nachdem er als Faschismusgegner mit polizeil. Wohnortsbeschränkung belegt worden war, floh R. 1926 zuerst nach Österreich und dann mit Randolfo Pacciardi in die Schweiz. Nach einem kurzen Aufenthalt im Tessin lebte er, mit Ausnahme der Jahre 1932-38, die er aus gesundheitl. Gründen in Château-d'Œx verbrachte, bis 1945 in Genf. Hier schloss er 1929 am Institut de hautes études internationales mit einer Studie über das internat. Schiedsgericht ab. Es folgten weitere Publikationen über die polit. Emigration, die Pässe und das Asylrecht. R. unterrichtete an den Schulen der antifaschist. Kolonie in Genf und war Präs. der dortigen Sektion der Dante Alighieri-Gesellschaft. Ab 1927 war er als Korrespondent für versch. Zeitungen, darunter die "Libera Stampa", beim Völkerbund akkreditiert. Im Auftrag des Tessiner Regierungsrats führte er ab 1930 im Kt. Tessin einige Kurse für Lehrer durch, u.a. zum Thema Völkerbund und internat. Arbeitsamt. 1936 gründete er mit Ignazio Silone sowie Guglielmo und Gina Ferrero die Nuove edizioni di Capolago. 1942 trat er der Aktionspartei bei und später der Europäischen Föderalist. Bewegung. 1945 liess er sich wieder in Italien nieder, kehrte jedoch 1947 in die Schweiz zurück, wo er in Bern bevollmächtigter Minister und von 1953-55 Botschafter der ital. Republik war. In dieser Funktion setzte er sich für bessere Arbeitsbedingungen der ital. Einwanderer ein. Als einer der wichtigsten Vertreter der antifaschist. Opposition im Ausland und später des europäischen föderalist. Lagers kämpfte R. - nach 1943 besonders intensiv - für die ital. Flüchtlinge in der Schweiz und die Demokratie in seinem Land. 1955 Ehrendoktorat der Univ. Genf.

<b>Egidio Reale</b><br>"Die faschistische Politik und der Völkerbund". Titelseite der kurzen, im Exil verfassten und in Paris veröffentlichten Schrift, 1932 (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>Das Werk, eine Analyse der mehrdeutigen Haltung von Benito Mussolinis Regierung gegenüber dem Völkerbund, war mit einem Vorwort von Graf Carlo Sforza versehen. Der frühere Botschafter Italiens in Frankreich trat 1922 aus Protest gegen die faschistische Politik von seinem Amt zurück.<BR/><BR/>
"Die faschistische Politik und der Völkerbund". Titelseite der kurzen, im Exil verfassten und in Paris veröffentlichten Schrift, 1932 (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Quellen
DDS 16-20
Literatur
– M. Cerutti, Fra Roma e Berna, 1986
Spiriti liberi in Svizzera, hg. von R. Castagnola et al., 2006, v.a. 67-94
– S. Castro, Egidio R., Diss. Pavia, 2006

Autorin/Autor: Mauro Cerutti / PTO