07/02/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Saint-Jean

Ehem. polit. Gem. VS, Bez. Siders, am linken Ufer der Navisence im Val d'Anniviers gelegen, seit 2009 mit Ayer, Chandolin, Grimentz, Saint-Luc und Vissoie Teil der neuen polit. Gem. Anniviers. Bis zur Fusion umfasste die Gem. die Dörfer S., Mayoux und Pinsec sowie den Weiler Les Frasses. Das Dorf ist in S. d'en haut und S. d'en bas geteilt. Ca. 1250 de Sancto Johanne. 1850 297 Einw.; 1900 395; 1950 351; 1980 165; 2000 196. Ab 1327 gehörte S. zum Viertel Grimentz innerhalb des Drittels Anniviers und des Zenden Siders. Nach 1798 wurden die Viertel in Drittel umgeteilt. Das Drittel Grimentz wurde in zwei halbe Drittel unterteilt, von dem eines S. mit Les Frasses und Pinsec umfasste. 1821 verliess S. das Drittel Grimentz. 1912 wurde der Rat in einen Gemeinde- und Burgerrat aufgeteilt, weil die Nichtburger im Rat eine Mehrheit gebildet hatten. Das Dorf gehört seit jeher zur Pfarrei von Vissoie. S. besitzt zwei Kapellen (Saint-Jean-Baptiste, 1661 erbaut, und Rosaire, 1755), Pinsec eine (Saint-Symphorien, 1715) und Mayoux eine (1759). Mitte des 20. Jh. gingen die Bewohner der Gem. noch temporär ins Rhonetal hinunter, um ihre Rebberge zwischen dem Dorf Noës und den Stadtvierteln Villa und Tservettaz von Siders zu bewirtschaften.


Literatur
– E. Zufferey, Le passé du val d'Anniviers dans le cadre de l'histoire valaisanne, 1927 (Neuaufl. 2004)

Autorin/Autor: David Rey / BE