Montana

Ehemalige politische Gemeinde VS, Bezirk Siders, seit 2017 mit Chermignon, Mollens (VS) und Randogne Teil der neuen Gemeinde Crans-Montana. Die am rechten Rhoneufer gelegene ehemalige Gemeinde umfasste die Dörfer M. und Corin am Rebhang, einen Teil von Champzabé, den Weiler Diogne sowie den Ferienort M.-Vermala auf 1500 m (auch auf Gebiet von Randogne). 1243 Montana. 1687 151 Einw.; 1798 240; 1850 303; 1910 547; 1950 1'715; 2000 2'305. Im MA unterstand M. der Kastlanei Granges. Die Johanniterkomturei Salgesch sowie die Fam. d'Ayent, d'Anniviers, von Turn-Gestelen und de Platea besassen hier Rechte. Im 14. Jh. bildete M. zusammen mit Diogne und Chermignon-d'en Bas ein Viertel der Contrée von Lens im Zenden Siders. 1851 wurden die Viertel zur Gemeinde Lens vereinigt, behielten jedoch die Verwaltung ihrer Güter. Nachdem M. ab 1855 seine Selbstständigkeit gefordert hatte, wurde es 1905 politische Gemeinde. 1488 ist eine Bruderschaft zum Hl. Geist belegt. Kirchlich gehörte der Westen von M. zur Pfarrei Lens, der Osten zunächst zu Saint-Maurice-de-Laques, ab 1759 ebenfalls zu Lens. Seit 1863 ist M. eine eigene Pfarrei. Die 1516 erw. Kapelle Saint-Grat, 1704 und 1851-52 neu erbaut, wurde 1863 Pfarrkirche (1935-39 neu errichtet, 2007 renoviert). 1928 wurde M.-Vermala zur Pfarrei erhoben. In M.-Vermala war 1924-25 die Kirche Herz Jesu entstanden, die man 1953 vergrösserte. Bis zum tourist. Aufschwung dominierte die Alpwirtschaft. 1892 eröffneten Louis Antille und Michel Zufferey das Hotel du Parc, um das sich M.-Vermala bildete. Hier baute 1901 Théodore Stephani ein Sanatorium, das M. bekannt machte. Seit 1911 verbindet eine Drahtseilbahn M.-Vermala mit Siders. Ende der 1950er Jahre sank die Zahl der Patienten im Kurort, worauf M. sich auf den Wintersport ausrichtete; 1987 führte es die Skiweltmeisterschaften durch. Ab 1997 profitierten Crans-sur-Sierre, M.-Vermala und Aminona (Mollens) von der gemeinsamen Tourismusförderung Crans-Montanas. Die Ferienregion Crans-Montana verzeichnete im Jahr 2000 1'252'070 Übernachtungen. 2002 öffnete das Casino Crans-Montana seine Tore.


Literatur
– M. Bagnoud, F.A. Barras, Crans-sur-Sierre, M.-Vermala, Schweiz, 1980
– L. Quaglia, Le Mont de Lens, 1988
– E. Reynard, Gestion patrimoniale et intégrée des ressources en eau dans les stations touristiques de montagne, Diss. Lausanne, 2000

Autorin/Autor: Hugues Rey / EM