25/08/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Miège

Polit. Gem. VS, Bez. Siders. Haufendorf inmitten der Weinberge am rechten Rhoneufer, westlich des Flüsschens Raspille, das die Grenze zum deutschsprachigen Oberwallis bildet. 1226 Mieio, dt. früher Miesen. 1798 280 Einw.; 1850 283; 1900 438; 1950 591; 2000 913. Eisenzeitl. und frühma. Gräberfunde. M. gehörte im 12. Jh. zur bischöfl. Herrschaft Siders und war von ca. 1560 bis 1674 als Vizedominat im Besitz der de Preux. Vom 15. Jh. an als Dorfgemeinschaft erwähnt, befand sich M. im mittleren Drittel der sog. Contrée von Siders, die wiederum ein Drittel des Zendens Siders bildete. 1839 wurde die polit. Gemeinde geschaffen, 1872 die Bürgergemeinde. Nachdem das 1631 erbaute Gemeindehaus 1857 einem Brand zum Opfer gefallen war, errichtete die Gem. einen Neubau. Bis M. 1785 eine eigene Pfarrei wurde, war es nach Saint-Maurice-de-Laques (Gem. Mollens) kirchgenössig. Die der hl. Barbara geweihte Kapelle ist 1626 belegt. Die Kirche wurde 1877-81 neu gebaut und 1932 vergrössert. In den 1970er Jahren wurde das Weinbaugebiet einer Flurbereinigung unterzogen. 2000 stellte der 1. Sektor noch mehr als ein Viertel der Arbeitsplätze. Von den 1980er Jahren an entwickelte sich M. zunehmend zum erweiterten Wohngebiet von Siders. 2000 pendelten zwei Drittel der Erwerbstätigen.


Literatur
– O. Conne, La contrée de Sierre (1302-1914), 1991
– F. Caloz, M. ... mon village, 1994
– M.-C. Clavien, Histoire de M., 1999

Autorin/Autor: Hugues Rey / EM