30/11/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Lens

Polit. Gem. VS, Bez. Siders, am rechten Rhoneufer gelegen und die Dörfer L., Chelin, Flanthey, Vaas, Saint-Clément und Valençon sowie einen Teil des Kurorts Crans-Montana umfassend. 1177 de Lenz. 1687 567 Einw.; 1850 688; 1910 1'111; 1950 1660; 2000 3'357. Im FrühMA gehörte die Gegend Mont de L. zur Kastlanei von Granges, die ab 1226 im Besitz des Bf. von Sitten war. Die Fam. d'Albi, vom Turn, Morestel, d'Ayent, d'Anniviers, von Raron und Tavelli sowie die de Platea von Siders besassen dort nacheinander Rechte. Zahlreiche Lehen waren in der Hand des Bf. von Sitten. Die Gerichtsbarkeit unterlag einem Beamten (Kastlan), der zunächst vom Bischof ernannt und später von den Dorfgenossen gewählt wurde. 1300 entstand die Heiliggeistbruderschaft. Ab dem 14. Jh. entwickelte sich L. zur autonomen Dorfgemeinschaft, die neben dem Hauptdorf auch die sog. Viertel Icogne, Chermignon und Montana einschloss. Obwohl L. von gemeinsamen Vorstehern (Räten) verwaltet wurde, wahrte jeder der vier Teile eine grosse Eigenständigkeit. 1851 beschloss der Walliser Grossrat die Zusammenlegung der Viertel zu einer einzigen Gemeinde. 1905 obsiegten separatist. Bestrebungen und L., Icogne, Chermignon und Montana wurden eigenständige Gemeinden. Kirchenrechtlich gehörte L. zunächst zum Domkapitel von Sitten. 1177 zählte die Kirche, die 1286 als dem hl. Petrus geweiht erwähnt wird, zu den von einer päpstl. Bulle bestätigten Besitztümern des Hospizklosters Mont-Joux (Gr. St. Bernhard). 1863 löste sich Montana aus dem Priorat L., 1948 Chermignon. Die Kirche wurde mehrfach ausgebaut, letztmals 1842. Seit 1935 dominiert die Christ-König-Statue auf dem Hügel Châtelard die Rhoneebene. Traditionell auf Landwirtschaft und Rebbau ausgerichtet, wandte sich L. ab der 2. Hälfte des 20. Jh. zunehmend dem Tourismus zu und nahm Anteil an der Entwicklung des Kurortes Crans-Montana. 2000 bot der 3. Sektor über zwei Drittel der Stellen in der Gemeinde; mehr als die Hälfte der erwerbstätigen Einwohner waren Pendler.


Literatur
– A. Praplan, Ancien L., 1947 (Neudr. 1997)
HS IV/1, 266-268

Autorin/Autor: Serge Praplan / MD