Grône

Polit. Gem. VS, Bez. Siders. G. besteht aus etwa zehn Weilern, unter ihnen Loye, Daillet, Itravers und Erdesson, das früher Merdesson hiess (seinen heutigen Namen erhielt es nach dem Wiederaufbau nach dem Brand von 1912). Diese am Berghang liegenden Weiler hatten eine sehr grosse Bedeutung, denn die Talebene wurde immer wieder von Rhoneüberschwemmungen heimgesucht. 1292 wird neben G. auch Loye als Körperschaft genannt. 1001-1100 in Gruona, früher dt. Grün. 1850 348 Einw.; 1900 741; 1950 1'242; 2000 1'866. Röm. Siedlungsspuren. Im 10. Jh. gehörte G. zur Herrschaft Granges. Um 1245/50 baute Pierre de la Tour-Morestel in G. eine Burg, die 1417 zerstört wurde. G. war ein wichtiger strateg. Ort, der schwer unter den Kämpfen der grossen Fam. um die Herrschaft im Wallis zu leiden hatte. Die Gem. war verpflichtet, auf ihrem Gebiet die Strasse im Tal zu unterhalten. Seit dem 11. Jh. ist G. eine eigenständige Pfarrei. Die Kirche Notre-Dame wurde 1912-18 neu erbaut, der barocke Turm von 1733 blieb erhalten. 1603 wurde die Herrschaft Granges an die Bürgerschaft von Sitten verkauft und in eine 1798 aufgehobene Kastlanei umgewandelt. G., nun Gem. geworden, kaufte 1802 die Lehen von der Bürgerschaft Sittens zurück. Damit begann der Aufschwung und die Abgrenzung von den Nachbargemeinden. Während der beiden Weltkriege wurden in G. Anthrazitminen ausgebeutet. Die Einwohner leben heute v.a. von der Landwirtschaft und von Dienstleistungen. Auf Gemeindegebiet liegt das 1948 geschaffene Naturschutzgebiet Pouta-Fontana.


Literatur
– J. E.Tamini, L. Quaglia, Châtellenie de Granges, Lens, G., St-Léonard avec Chalais-Chippis, 1942 (22001)
– R. Arbellay, G., 1995
– F.-O. Dubuis, A. Lugon, «Les premiers siècles d'un diocèse alpin», in Vallesia 50, 1995, 56 f.
– R. Arbellay, G.: chroniques illustrées 2000, 2000

Autorin/Autor: Bernard Monnet / AW