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Chippis

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Polit. Gem. VS, Bez. Siders, links der Rhone auf einer Anhöhe, die in Stufen bis auf 1'000 m aufsteigt. 11. Jh. Sepils. 1798 67 Einw.; 1850 166; 1900 282; 1910 887; 1950 978; 1990 1'635; 2000 1'491. Über die ma. Geschichte von C. ist wenig bekannt. Sichtbarer Zeuge ist einzig die Ruine der Burg Beauregard (12. Jh.?); eine Adelsfam. von C. ist jedoch nicht belegt. Das Dorf gehörte zur bischöfl. Herrschaft Siders, und ein erstes Dorfrecht ist 1449 erwähnt. 1798-1815 war C. mit Chalais vereinigt. Dann wurde es eine selbstständige Gem. und erhielt im Landabtausch mit Siders die aktuellen Grenzen. Bis 1856 hing die Kapelle Saint-Urbain (1278 erw.) von Chalais ab, dann wurde C. Pfarrei (Kirchenbauten 1868 und 1923). Das Dorf liegt direkt am Wildbach Navizance, dessen häufige Überschwemmungen (v.a. 1834) zu Flusskorrektionen zwangen. Nach dem Bau der Strasse zum Simplon auf der rechten Talseite (1802-10) war C. vom Verkehr abgeschnitten, bis 1879 eine feste Brücke erstellt wurde. 1853 wütete ein Dorfbrand. Im 19. Jh. setzte die Industrialisierung ein: Laboratorium für Kobaltanalysen (1834), Abbau von Nickel und silberhaltigem Blei (um 1856), von Gips (bis 1936), Quarz, kohlensaurem Kalk, Magnesium, Topfstein, rotem Sand und Anthrazit. 1893 nahm das Elektrizitätswerk an der Navizance den Betrieb auf. Der Bau einer Aluminiumfabrik (1905) führte zu einem industriellen und demograf. Aufschwung sowie zu einer starken Verflechtung zwischen C. und der Gem. Siders, in deren Wirtschaftsleben die "Aluminium Industrie Aktien Gesellschaft" -- die Vorläuferin der Alusuisse -- ebenfalls eine wichtige Rolle spielte. Das Werk wurde zum industriellen Zentrum der gesamten Region.


Literatur
– M.-A. Zufferey, C., 1982
– V. Donzé, Alusuisse et le district de Sierre, Liz. Genf, 1988

Autorin/Autor: Danielle Allet-Zwissig / MS