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Chandolin

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Polit. Gem. VS, Bez. Siders. Im Val d'Anniviers gelegen, umfasst die Gemeinde die Siedlungen C., Sousillon und Fang (seit 1798, ausser 1851-56). Die Maiensässe liegen unterhalb (!) des Dorfes, das sich am steilen Westhang auf 1936 m befindet und eines der höchstgelegenen der Schweiz ist. Die Gemeinde reicht von 755 m bis 2700 m. Vom alten Haufendorf breitet sich seit 1950 eine tourist. Streusiedlung aus. Um 1250 Eschandulyns. 1821 136 Einw.; 1850 139; 1900 200; 1950 138; 1990 74; 2000 95. Prähist. Schalensteine. Bis 1798 gehörte C. zur bischöfl. Kastlanei Anniviers im Zenden Siders. Eine Dorfgemeinschaft ist im 16. Jh. belegt, um 1600 bildete C. ein Drittel des Viertels von Luc (heute Saint-Luc). 1798 wurde es der Gem. Luc angegliedert, 1821 zur selbstständigen Gemeinde erhoben. 1848 stimmte C. als einzige Gemeinde des Tals für den Übergang der Güter des Bf. von Sitten an den Kt. Wallis. In kirchl. Hinsicht gehörte C. bis 1804 zur Pfarrei Anniviers, mit Zentrum in Vissoie, und bildete danach - ohne Fang, das bei Vissoie blieb - bis zur Trennung von 1884 eine Pfarrei mit Luc (Kirche Sainte-Barbe). 1836 begann der Abbau von Kupfer. Das erste Hotel wurde 1897 eröffnet, 1916 ein kleines Elektrizitätswerk fertiggestellt; Ende des 20. Jh. ist C. ein Winter- und Sommerkurort (1971 Sessellift; seit 1986 Skiregion C.-Saint-Luc). Erst seit 1960 erschliesst eine Strasse auch das Hauptdorf. Um 1970 kam die traditionelle saisonale Auswanderung zum Erliegen. Dem Tourismus ist es nicht gelungen, die Abwanderung zu bremsen. 2000 arbeiteten rund 28% der Erwerbstätigen auswärts.


Literatur
– B. Crettaz, Histoire et sociologie d'une vallée de haute montagne durant le XIXe siècle, 1979
– S.C. Bille et al., L'aventure de C., 1983
– F. Cordonier, C. dans le Val d'Anniviers entre tradition et modernité, 1880-1980, 1997

Autorin/Autor: Danielle Allet-Zwissig / MS