Chalais

Polit. Gem. VS, Bez. Siders, links der Rhone. Die Gem. umfasst die Dörfer C. und Réchy am Talrand, Brie und Vercorin auf Hangterrassen. 11. Jh. Jaler, 1425 Challir. 1798 492 Einw.; 1850 555; 1900 1'116; 1950 1'635; 2000 2'657. Prähist. Schalensteine bei Tracui und Vercorin. Zu Beginn des 13. Jh. wurde die Kastlanei C. aus der bischöfl. Herrschaft Siders losgelöst und war danach Lehen versch. Adelsfam. (de C., Blouvignoud, Chevron). Ende 16. Jh. bis 1798 gehörte C. zum Zenden Siders, dann zum gleichnamigen Bezirk. Eine Dorfgemeinschaft ist seit dem 14. Jh. belegt. Ein rechteckiger Turm aus dem 13. Jh. ist 1936 grösstenteils eingestürzt. Zur bereits 1279 erw. Pfarrei (Kirche Saint-Gall) gehörte bis 1856 auch Chippis. Seit dem SpätMA verbindet die Alpwirtschaft der Einwohner von C. auf den Weiden von Vercorin die beiden Ortschaften. Vom 13. Jh. an wurde ein dichtes Bewässerungssystem (Bisses) angelegt. Der Schwerpunkt der Gem. blieb aber im Tal, d.h. im Dorf C. 1892 wütete hier ein Dorfbrand. Noch um 1900 herrschten Acker- und Rebbau sowie Viehwirtschaft vor. Die 1905 gegr. Aluminiumwerke (Alusuisse) von Chippis sowie die Städte Sitten und Siders zogen 2000 zahlreiche Wegpendler an. Der 1. Sektor ist fast vollständig verschwunden, der Industriesektor erlebte 1970 seinen Höhepunkt, und der 3. Sektor verzeichnet ein stetiges Wachstum. Seit 1938 verbindet eine Strasse, seit 1951 eine Luftseilbahn C. mit Vercorin.


Literatur
– H. Marin, Les grandes heures de la louable commune de C.-Vercorin, 1990

Autorin/Autor: Danielle Allet-Zwissig / MS