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Ayer

Polit. Gem. VS, Bez. Siders, im Val d'Anniviers. Die Gem. umfasst die Dörfer A. (1465 m) und Mission, die Weiler La Comba (1820-24 Gem. Vissoie), Cuimey, Mottec, Zinal, Einzelhöfe, Maiensässe und Alpen. 1296 Ayer. 1850 700 Einw.; 1880 818; 1900 789; 1960 408; 2000 570. Prähist. Schalensteine. A. ist schon 1327 als ein sog. Viertel des Val d'Anniviers bezeugt. Bis 1798 gehörte es zum Zenden Siders und bildete dann mit Mission und La Comba eine Gemeinde. 1811-21 war es mit Vissoie und Grimentz vereint und 1824-1904 teilte es sich mit Grimentz in den Besitz von Vissoie. Kirchl. gehörte A. bis 1930 zur Pfarrei Vissoie. Neben der Pfarrkirche Sainte-Madeleine in Mission stehen mehrere Kapellen auf dem Gebiet der Gem. Zahlreiche Katastrophen wie die Überschwemmung 1834 und der Dorfbrand in Mission 1838 suchten A. heim. Von 1836 bis ins frühe 20. Jh. wurden Kupfer, Nickel, Kobalt und Arsen abgebaut. Um 1900 wurden hauptsächl. Getreidebau, Viehhaltung und Käsefabrikation betrieben. Die Strasse Vissoie-A. wurde 1912 eröffnet, diejenige von A. nach Zinal 1951. Zwischen 1950 und 1960 wurde die Abwanderung durch den Bau des Kraftwerks La Gougra in Mottec, den Staudamm von Moiry und die Entwicklung Zinals zum Kurort gebremst (1856 Herberge, vor 1914 drei Hotels, 1966-2000 Club Méditerranée, seit 1974 Berglauf Siders-Zinal). Der 1. Sektor (1910 92%, 1990 2%) ist durch den 3. Sektor abgelöst worden (zahlreiche Wegpendler) und fast vollst. verschwunden.


Literatur
– B. Crettaz, Histoire et sociologie d'une vallée de haute montagne durant le XIXe siècle, 1979
– S. Rouvinez Anniviers n'est plus?, Liz. Lausanne, 1984

Autorin/Autor: Danielle Allet-Zwissig / MS