Vérossaz

Polit. Gem. VS, Bez. Saint-Maurice, auf einer Terrasse oberhalb von Saint-Maurice gelegen. Die Gem. entstand 1822 durch die Abtrennung von Saint-Maurice und umfasst mehrere Weiler: Les Haussex als Zentrum der Gem., Les Bassex, La Doey, Chavanne und Vésenaud. 1046 Verolsa. 1350 22 Feuerstätten; 1798 358 Einw.; 1850 607; 1900 518; 1950 371; 2000 439. In V. wurde ein Beil aus der Bronzezeit gefunden. 523 soll sich der Burgunderkönig Sigismund nach V. zurückgezogen haben. Nach dem Tod des letzten Burgunderkönigs Rudolf III. 1032 stand V. bis 1475 unter savoy. Herrschaft (Kastlanei Saint-Maurice). Die Mistralie von Les Haussex und Les Bassex gehörte der Abtei Saint-Maurice, diejenige von La Doey Savoyen. 1475-1798 war V. Teil der Landvogtei, danach des Bez. Saint-Maurice. Die 1465 erw. Kapelle gehörte zu Saint-Maurice, wurde 1742 neu gebaut und 1838 durch die Kirche Sainte-Marguerite ersetzt; die Kirche erhielt im 20. Jh. Glasfenster von Albert Chavaz. 1836-38 war V. ein Rektorat, ab 1847 eine von den Chorherren der Abtei betreute Pfarrei. Die im 19. Jh. ländlich geprägte Gem. verfügt über ausgedehnte Alpen. 2000 arbeiteten gut drei Viertel der erwerbstätigen Bevölkerung ausserhalb der Gem., v.a. in Saint-Maurice und Monthey. 1996 wurde eine Sternwarte eingerichtet. Die Gem. weist einen hohen Anteil an Zweitwohnungen auf.


Literatur
– M. Coutaz, R. Gex, V. mon village, 1997
– L. Barman, Le territoire de V. à la fin du Moyen Age, Liz. Lausanne, 2003

Autorin/Autor: David Rey / STS