• <b>Salvan (Gemeinde)</b><br>Werbeplakat für die Eisenbahnlinie Martigny–Chamonix, gestaltet nach einer Zeichnung von  Edouard Ravel,  um 1906 (Mediathek Wallis, Sitten). Geschickt komprimiert werden die wichtigsten Landschaftselemente des Trienttals dargestellt, welches das Wallis mit Hochsavoyen verbindet. Im Vordergrund liegt die Trientschlucht, im Hintergrund das Mont-Blanc-Massiv und auf der Hochebene über der Schlucht ein Walliser Dorf, das Elemente der Dorfbilder von Finhaut, Les Marécottes und Salvan in sich vereint.

Salvan (Gemeinde)

Polit. Gem. VS, Bez. Saint-Maurice. S. liegt im Trienttal und umfasst neben dem Dorf S. versch. Weiler, darunter Les Marécottes sowie bis 1912 Vernayaz, Miéville und Gueuroz. Nach 1018 cum Silvano, 1025-31 in monte Salvano, dt. früher Scharwang. 1850 1'520 Einw.; 1900 1'916; 1950 1'102; 2000 1'020. Eingeritzte Stelen aus dem Neolithikum. Im 11. Jh. verfügte die Abtei Saint-Maurice über Rechte in S. und Ottanel (alter Name für Vernayaz), die wahrscheinlich auf eine Schenkung von Kg. Rudolf III. von Burgund zurückgingen. Bis 1798 bildeten S., Ottanel und Gueuroz ein Viertel der Kastlanei S. und gehörten zur Vogtei Saint-Maurice. Zu Beginn des 21. Jh. hatte S. einen Gemeinderat von sieben Mitgliedern und eine Gemeindeversammlung (Legislative). Kirchlich gehörte S. zur Pfarrei Ottanel, die zunächst das ganze Tal umfasste, bevor die Pfarrkirche 1265 nach S. verlegt (Patrozinium hl. Mauritius 1590 belegt) und die Kirche Ottanel zur Filiale wurde. 1649 spaltete sich Finhaut von der Pfarrei S. ab, 1920 Vernayaz. Die meisten Bewohner von S. lebten von der Weidewirtschaft. Ferner boten die Gewinnung von Schieferstein, Forstwirtschaft, Holzflösserei, Schmuggel (v.a. Salz), Weberei und Handel Erwerbsmöglichkeiten. Seit Anfang des 20. Jh. wanderten viele Dorfbewohner aus. Im 19. Jh. entwickelte sich S. rasch zum Luftkurort. Unterstützt wurde diese Entwicklung durch den Bau der Strasse Vernayaz-Chamonix 1855-67 und der Aufnahme des Postkutschenbetriebs, 1906 durch die Eröffnung der Bahnlinie Martigny-Chamonix. 1895 machte Guglielmo Marconi in S. seine ersten Versuche mit der drahtlosen Telegrafie; seit 1996 ist ihm ein Museum gewidmet, 2004 wurde die Fondation Marconi gegründet. Auf dem Gemeindegebiet befinden sich die 1925 von Alexandre Sarrasin erbaute Staumauer, ein Zoo, ein in den Fels gehauenes Schwimmbad sowie das Skigebiet Les Marécottes.

<b>Salvan (Gemeinde)</b><br>Werbeplakat für die Eisenbahnlinie Martigny–Chamonix, gestaltet nach einer Zeichnung von  Edouard Ravel,  um 1906 (Mediathek Wallis, Sitten).<BR/>Geschickt komprimiert werden die wichtigsten Landschaftselemente des Trienttals dargestellt, welches das Wallis mit Hochsavoyen verbindet. Im Vordergrund liegt die Trientschlucht, im Hintergrund das Mont-Blanc-Massiv und auf der Hochebene über der Schlucht ein Walliser Dorf, das Elemente der Dorfbilder von Finhaut, Les Marécottes und Salvan in sich vereint.<BR/>
Werbeplakat für die Eisenbahnlinie Martigny–Chamonix, gestaltet nach einer Zeichnung von Edouard Ravel, um 1906 (Mediathek Wallis, Sitten).
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Literatur
– L. Coquoz, «Démographie du vieux Sylvanum-S.», in Ann. val., 1924, 1-45
– F.-O. Dubuis, A. Lugon, «Les premiers siècles d'un diocèse alpin», in Vallesia 50, 1995, 109-112
– Y. Fournier, F. Gardiol, Marconi et S., 2009
– R. Lonfat, L'erba: S., Finhaut, Vernayaz, 2 Bde., 2009

Autorin/Autor: Gaëlle Bourguinet Eggs / CN