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Massongex

Polit. Gem. VS, Bez. Saint-Maurice. Das Dorf auf der linken Rhoneseite besteht aus M. und acht Weilern, u.a. Daviaz. 1226 Bernardus de Massunge. 1798 214 Einw.; 1850 503; 1900 600; 1950 659; 2000 1319. M. war in der Römerzeit ein bedeutender vicus (Tarnaiae), später eine einfache Garnison der Burgunder und Franken. In den Ruinen des vicus fanden sich Gräber aus dem FrühMA. Das Dorf gehörte mit Bex und Morcles zur Herrschaft des Bf. von Sitten und dann als Teil der Kastlanei Saint-Maurice den Gf. bzw. den Hzg. von Savoyen. Nach 1475 kam M. zur Vogtei Saint-Maurice. Nach der Helvet. Revolution 1798 wurde M. eine Gem. des Zenden Saint-Maurice und kaufte sich 1815 vom Bf. von Sion und der Abtei Saint-Maurice los. Die ab 1250 erw. Pfarrei umfasste das heutige Gemeindegebiet. Sie unterstand dem Bischof, der den Pfarrer auf Antrag der Viztume von M. und des Abts von Saint-Maurice ernannte. Die Kirche Saint-Jean-Baptiste wurde 1606 und 1820 durch einen Neubau ersetzt. Am Ort mit dem Flurnamen Saint-Martin stand bis ins 17. Jh. eine Kapelle, 1923 erfolgte der Bau der Kapelle Sacré-Cœur in Daviaz. Früher waren die Dorfbewohner in der Landwirtschaft tätig, heute arbeiten sie v.a. im Dienstleitungssektor in den umliegenden Städten. 1995 wurde die Mehrzweckhalle errichtet. Die Maison de M. des Hilfswerks Terre des hommes nimmt seit 1970 kranke Kinder aus Ländern des Südens auf, die in Genf und Lausanne operiert werden.


Literatur
– J.E. Tamini, Essai d'histoire de M., 1934
– F.-O. Dubuis, A. Lugon, «Les premiers siècles d'un diocèse alpin», in Vallesia 50, 1995, 78-80

Autorin/Autor: Albano Hugon / BE