15/07/2003 | Rückmeldung | PDF | drucken

Evionnaz

Polit. Gem. VS, Bez. Saint-Maurice. 1822 nach der Abtrennung von Saint-Maurice entstanden. Sehr grosses Gemeindegebiet, das sich von der Rhoneebene (linkes Ufer) bis zu den Dents-du-Midi erstreckt und die Weiler La Balmaz und La Rasse einschliesst. 1263 Eviona. 1850 655 Einw.; 1900 929; 1950 713; 2000 930. Überreste mehrerer Grabhügel aus der Latènezeit im Bois-Noir (Schuttkegel des Wildbachs Saint-Barthélémy). Vom MA bis 1822 gehörte E. zur Grossgem. Saint-Maurice, die abschliessende Trennung erfolgte 1842. 1644 fiel das Dorf einem Brand zum Opfer. 1844 stiessen Radikale der Neuen Schweiz und Konservative der Alten Schweiz in La Balmaz aufeinander. Kirchlich gehörte E. zu Saint-Maurice, wurde aber 1847 autonom. In E. befindet sich die 1636 errichtete Kapelle Saint-Bernard-de-Menthon (Neubau 1846), in La Rasse die aus dem 17. Jh. stammende Kapelle Saint-Barthélémy. Die Bewirtschaftung der grossen Alpweiden Salanfe und Suzanfe führte zu jahrhundertelangen Konflikten mit Salvan. 1919 wurde E. die Gerichtsbarkeit über das Plateau von Salanfe zugesprochen (Stausee und Kraftwerk). Während E. früher landwirtschaftlich ausgerichtet war (Nussbaumkulturen), ist es ein wichtiger Industriestandort geworden, v.a. seit der Ansiedlung der Chemiefabrik Orgamol 1958 (2002 450 Angestellte).


Literatur
– A. Eggs-Mottet, E., 1981

Autorin/Autor: Bernard Monnet / MD