Collonges

Polit. Gem. VS, Bez. Saint-Maurice, die sich auf der rechten Rhoneseite vom Talgrund bis zur Dent-de-Morcles erstreckt. Das Dorf C. (1239 Colunges) trat an die Stelle von Arbignon (11.-12. Jh. desertum Alpinonis), das wahrscheinlich wegen Überschwemmungen des Baches Aboyeu aufgegeben worden war. 1850 408 Einw.; 1900 402; 1920 433; 1960 301; 2000 488. Siedlungsspuren aus dem 1.-3. Jh. n.Chr. Vom 13. bis 17. Jh. war die Fam. d'Arbignon dominierende Grundherrin der Ortschaft. 1476-1798 gehörte C. zur Landvogtei Saint-Maurice, danach zum gleichnamigen Bezirk. 1802-16 bildeten C. und Dorénaz zusammen die Gem. Outre-Rhône. Zwischen den beiden Dorfgemeinschaften schwelten versch. Gebietsstreitigkeiten, insbesondere um den Weiler Alesse, der 1841 endgültig Dorénaz zugeschlagen wurde. C. war zur Pfarrei Saint-Sigismond von Saint-Maurice kirchgenössig, bis 1723 die Kapelle Sainte-Anne (1639) zur Pfarrkirche wurde (Pfarrei Outre-Rhône mit Dorénaz). 1808-1953 ersetzten verschiedene Brücken über die Rhone die Fähre. Zwischen 1866 und 1873 Rhonekorrektion. Um 1900 Viehzucht und Obstbau (Kirschen). Um die Mitte des 19. Jh. und im 1. Weltkrieg Ausbeutung einer Anthrazitmine. Die Gem. C. ist Teilhaberin der Kraftwerke AG Aboyeu.


Literatur
– L. Dupont-Lachenal, «Glanes sur Dorénaz et C.», in Ann. val., 1936, 117-134
– A. Chambovey, C. à travers son histoire ..., 1973 (21997)

Autorin/Autor: Bernard Monnet / MF