Weizen

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Der W. (Triticum) ist ein Ährengras, botanisch eine Gattung der Süssgräser. Er gehört heute - mit Reis und Mais - zu den drei wichtigsten Weltwirtschaftspflanzen unter den Getreiden. Der unbespelzte Nacktweizen (Triticum aestivum) ist im schweiz. Raum im Neolithikum archäologisch nachweisbar. Im MA und in der frühen Neuzeit war er in der Westschweiz, in Teilen des bern. Seelands und im südl. Tessin das wichtigste Brot- und Handelsgetreide, in Anlehnung an Anbautraditionen der Nachbarn Frankreich, Savoyen und Oberitalien. Er wurde primär als Wintergetreide, aber auch als Sommerfrucht angebaut. W. stellt höhere Ansprüche an die Bodenqualität und ist weniger resistent gegen Nässe und Kälte als der bespelzte Dinkel, der in der Deutschschweiz jahrhundertelang das dominierende Brotgetreide war. Im 19. Jh. wurde der Dinkel auch dort allmählich vom W. verdrängt. Dieser entwickelte sich im 20. Jh. dank resistenteren und qualitativ ständig verbesserten Weizenzüchtungen (v.a. Probus und Arina) rasch zum Hauptgetreide der ganzen Schweiz, in der nur Weich-, aber kein Hartweizen produziert wird. Der Flächenanteil von W. am schweiz. Getreidebau betrug um 1885 26%, 1911-20 35%, 1931-40 56%, 1961-70 58%, 1971-80 49%, 1985 50% und 2004 53%. Beim Brotgetreide stieg der Flächenanteil von 85% (1971-80) sogar auf 95% 2004 bei immer höheren Hektarerträgen (1951-60 30 q; 1971-80 43 q; 1990-2004 55-63 q).


Literatur
Statist. Erhebungen und Schätzungen auf dem Gebiet der Landwirtschaft, 1922-59
Statist. Erhebungen und Schätzungen über Landwirtschaft und Ernährung, 1960-
– C. Pfister, Bevölkerung, Klima und Agrarmodernisierung 1528-1860, 21985, 35-37, 65 f.
– C. Brombacher et al., «Ma. Kulturpflanzen aus der Schweiz und Liechtenstein», in Environment and Subsistence in Medieval Europe, hg. von G. De Boe, F. Verhaeghe, 1997, 95-111

Autorin/Autor: Markus Mattmüller, Anne-Marie Dubler