21/12/2012 | Rückmeldung | PDF | drucken

Unterbäch

Polit. Gem. VS, Bez. Westl. Raron. Weilersiedlung auf einer Hochterrasse linksufrig der Rhone, umfasste bis etwa 1846 auch den Weiler Turtig (heute Gem. Raron). Um 1280 Underbechque. 1798 238 Einw.; 1850 228; 1900 385; 1950 415; 2000 426. Im 12. und 13. Jh. waren die Frh. von Raron, die von Visp, die Asperlin und die de Bex in U. begütert. Als Dienstleute der Freiherren und als Lehensträger des Bf. von Sitten besassen die Herren von U. (später die Fam. Buchin oder Bitschin) in der dörfl. Kernzone einen Wohnturm aus dem 12./13. Jh. Die Gem. erstarkte nach dem Erwerb der Gerichtsrechte im Holz 1434 von den von Raron. Die Statuten datieren von 1490 und 1538. U. gehörte zum Vizedominat bzw. ab 1538 zur Grosspfarrei Raron. Die 1554 errichtete Filialpfarrei U.-Bürchen mit der 1558 erbauten Dreifaltigkeitskirche in U. wurde 1859 selbstständig; 1879 trennte sich Bürchen von U. Nach der Eröffnung der Strasse nach Visp 1936 arbeiteten viele Unterbächner als Arbeiterbauern in der dortigen Industrie (Lonza) und die Seilbahn nach Raron beschleunigte ab 1950 den Wandel von der Agrar- zur Tourismusgemeinde. 1957 liess U., das "Rütli der Schweizer Frau", erstmals Frauen an einer eidg. Abstimmung teilnehmen (die Stimmen waren ungültig).


Literatur
– G. Zenhäusern, U., 2002
– A. Gattlen, G. Zenhäusern, 450 Jahre Pfarrei U.-Bürchen, 2004

Autorin/Autor: Alois Grichting