28/09/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Steg

Ehem. polit. Gem. VS, Bez. Westl. Raron. Das im Rhonetal östlich der Lonza am Eingang zum Lötschental gelegene S. bildet seit 2009 mit Hohtenn die Gem. S.-Hohtenn. 1300 stegue bzw. benke. 1798 122 Einw.; 1850 153; 1900 388; 1950 688; 2000 1'336. Alemann. Besiedelung im 7./8. Jh. Im 13. Jh. war S. den Frh. vom Turn unterstellt. Deren Rechte gelangten 1307 durch Kauf an die Asperlin von Baltschieder, später durch Heirat an die von Raron, die sie 1434 den Dorfgenossen von S. verkauften. Der Status des so entstandenen Freigerichts Benken (ab 1727 Gem. und Freigericht S.) führte mehrfach zu Zwistigkeiten mit den fünf oberen Zenden und dem Kastlan von Niedergesteln, bis der Bf. von Sitten und der Walliser Landrat 1553 die Unabhängigkeit des Freigerichts als rechtmässig anerkannten. Die Dorfsatzungen von S. und Niedergesteln datieren von 1564. S., Hohtenn und Niedergesteln teilten 1588 die gemeinsamen Güter auf. Kirchlich gehörte S. zunächst zum Priorat Niedergesteln und bildete 1913 mit Hohtenn eine eigene Pfarrei. Die Sebastianskapelle von 1661 wurde 1913-14 durch die neurom. Pfarrkirche Hl. Familie ersetzt. Nach der Rhonekorrektion (1863-84) wurde die Talebene entsumpft und in fruchtbaren Boden umgewandelt, weshalb die Gem. mit ihrer stark wachsenden Bevölkerung weitgehend von der Auswanderung verschont blieb. In der 1. Hälfte des 20. Jh. entwickelte sich S. vom Bauern- zum Arbeiterdorf: Die Baustelle des Lötschbergtunnels und die Lonzawerke in Gampel bzw. Visp boten Arbeit und mit der Niederlassung der Alusuisse im Stegerfeld 1962 wurde S. zu einem Industriestandort mit zeitweise mehr als 600 Fabrikarbeitern. 1970 stellte der 2. Sektor 73% der Arbeitsplätze, 2005 noch 53% (3. Sektor 44%).


Literatur
– L. Garbely, «Freigericht Benken, Gem. und Pfarrei S. (1434-1934)», in BWG 8/1, 1935, 1-47
– J. Indermitte, Chronik der Gem. S., 1980

Autorin/Autor: Bernard Truffer