24/03/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Fruchtwechselwirtschaft

Als F. wird eine Fruchtfolge bezeichnet, bei der Halmfrüchte (Getreide) und Blattfrüchte (einerseits Hackfrüchte wie Kartoffeln, Zuckerrüben oder Ölpflanzen, anderseits Futtergräser) auf derselben Fläche in regelmässigem Wechsel angebaut werden. Bei der eigentl. F. liegt der Anteil des Getreides nicht über 50%. Im schweiz. Mittelland verbreitete sich die F. erst im 19. Jh. (Agrarrevolution). Eine Vorstufe der F. stellt die verbesserte Dreifelderwirtschaft dar, bei welcher auf zwei Jahre mit Halmfrüchten ein Jahr mit Blattfrucht folgte; Blattfrüchte, besonders Futtergräser, hatten die Brache der traditionellen Dreifelderwirtschaft z.T. schon in der 2. Hälfte des 18. Jh. ersetzt (Futtermittel). Die Wirkung der Blattfrüchte auf die Fruchtfolge ist ganz unterschiedlich: Während die Hackfrüchte den Boden auslaugen, wenn sie nicht ausreichend gedüngt werden, reichern Klee, Wicken und andere Hülsenfrüchte den Boden mit Stickstoff an und wirken sich deshalb günstig auf die nachfolgende Halmfrucht aus.

Begrifflich muss zwischen F. und dem viel umfassenderen Terminus Fruchtfolgesysteme unterschieden werden. Als Letztere gelten alle Bodennutzungssysteme, bei denen Kulturpflanzen auf derselben Fläche wechseln: Neben der F. gehören dazu Zelgensysteme, Feldgraswirtschaft und Mischkulturen, wie sie im Südtessin verbreitet waren.


Literatur
– C. Pfister, Klimagesch. der Schweiz 1525-1860, Bd. 2, 31988, 25-30
– I. Alsing, Lex. der Landwirtschaft, 21993, 212

Autorin/Autor: Albert Schnyder