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Gilardi, Alessandro

geboren 27.3.1808 Montagnola (heute Gem. Collina d'Oro), gestorben 1871 Mailand, kath., von Montagnola. Sohn des Giosuè, Architekten. Neffe des Giovanni Battista ( -> 3). ∞ Katharina Braun, Tochter des Karl Osipowitsch, russ. Bühnenbildners, Malers und Graveurs. 1822 zog G. nach Moskau, wo er 1827 Assistent seines Cousins Domenico ( -> 2) beim Amt des "Hauses der Erziehung" (für Errichtung und Verwaltung von Bauten des Gesundheitswesens zuständig) und 1846 dessen Hauptarchitekt wurde. Zusammenarbeit mit Domenico in Kusminki (Golizyn-Landsitz 1830) und in Otrada (Orlow-Mausoleum 1832-35). In Moskau entwarf G. ein Krankenhaus (1836), die Kirche St. Peter und Paul (1838), die Pläne für den Umbau der Kirche Mariä Geburt (1846) und in der Umgebung der Stadt einen Landsitz am Fluss Oka (1836). Ausserdem baute er die Dorfkirchen in Eschowo (1846), Staroobanowsk (1846) und Puschkin und war Mitglied der Komm. für den Bau der Erlöserkirche (1838-45) in Moskau. Ritter der Orden des hl. Stanislaus (1839), der hl. Anna (1846) und des hl. Wladimir (1847). G., der offen für eklekt. Einflüsse war, gehörte zur zweiten Garde der in Russland tätigen Architekten des Spätklassizismus.


Archive
– PrivA, Montagnola und Lugano
Literatur
Archivi e Architetture, Ausstellungskat. Mendrisio-Lausanne, 1998, 178 f.
Architetti neoclassici italiani e ticinesi fra Neva e Moscova, Ausstellungskat. Venedig, 2001, 19-53, 87-90

Autorin/Autor: Lara Calderari / GL