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Fontana, Luigi

geboren 3.9.1812 Muggio, gestorben 28.8.1877 Mendrisio, kath., von Muggio. Sohn des Innocenzo, aus bescheidenen Verhältnissen. ∞ Maria Bossi, Tochter des Giuseppe. Bis 1828 lebte F. in Muggio in dem Haus, das ihm Simone Cantoni, Verwandter und Vorbild, vermacht hatte. Dann übersiedelte er nach Bergamo, wo er das Gymnasium und die Akademie Carrara besuchte, an der er Architektur und Ornamentik bei Giuseppe Bovara und Giacomo Bianconi studierte. 1838 erlangte er das Mathematik- und Ingenieurdiplom an der Univ. Pavia. Darauf arbeitete er in den Ingenieurbüros von Brioschi und Fumagalli in Mailand und beim Architekten Pagnancelli in Bergamo. Nach der Niederlassung in Mendrisio wurde er 1840 als Lehrer in der Zeichenschule angestellt, die er dreissig Jahre leitete. Im Tessin machte sich F. als Architekt bald einen Namen. Zu seinen Hauptwerken zählen die Kirchen von Melano (1846-50) und Mendrisio (1863-75) sowie das Spital von Mendrisio (1853-60, seit 1996 Sitz der Akademie für Architektur). Andere bedeutende Entwürfe F.s, etwa für den Palazzo civico von Lugano (1843), wurden nicht realisiert. Ferner führte F. zahlreiche Restaurationsarbeiten und Teilumbauten in Tessiner Kirchen aus und baute versch. stattliche Häuser, insbesondere im Mendrisiotto. Er arbeitete auch in Italien, v.a. in Como, wo er die Fassade der Kirche des Gekreuzigten (1863) und den Bischofspalast (1858, nicht ausgeführt) entwarf. F. war Mitglied der Prüfungskommission der Zeichenschulen und des kant. Erziehungsrates. Er gilt als strenger Klassizist.


Archive
– ASTI, Nachlass Cantoni-F.
Literatur
– G. Martinola, «L'architetto Luigi F. di Muggio (1812-1877)», in BSSI, 1944, 97-119 (mit Werkverz.)
INSA 6
Kunstführer durch die Schweiz 2, 2005, 767, 835, 839

Autorin/Autor: Simona Martinoli / RG