Sonnenenergie

Seit langem bekannt sind indirekte Formen der Nutzung von S. wie etwa die Wasserkraft oder das Verbrennen von Biomasse, also z.B. Holz und Stroh. Die moderne Nutzung der S., die in der Schweiz mit der Erdölkrise von 1973 einsetzte, stützt sich auf therm. und fotovoltaische Solaranlagen und Sonnenkraftwerke, die das Sonnenlicht direkt in Wärme oder elektr. Energie umwandeln. Im Vordergrund stand primär die Nutzung zu Heizzwecken. Ab 1980 erhielt die Gewinnung von elektr. Energie mit Hilfe von Solarzellen, der Fotovoltaik, zunehmende Bedeutung. In dieser Zeit änderten sich die Argumente für die S. War diese anfänglich wegen der durch die Erdölkrise bedrohten Energieversorgung zum Gegenstand öffentl. Debatten geworden, so wird sie heute aus Gründen des Umweltschutzes propagiert und betrieben (Ökologische Bewegung).

Die S. muss mit Erdöl und Strom konkurrieren, die zu günstigen Konditionen aus dem Ausland importiert oder unter privilegierten Bedingungen hier produziert werden. V.a. öffentl. Betriebe und von ideellen Motiven geleitete Private installieren S.-Anlagen. Die Nutzung der S. ist auf die öffentl. Hand angewiesen. Der Bund unterstützt seit Ende der 1970er Jahre die Energieforschung und die Entwicklung von entsprechenden Anlagen. Der Energieartikel von 1991 hat Steuererleichterungen für den Bau von Solaranlagen verankert. Der Anteil der S. am Primärenergieverbrauch, der jährlich mehr als 1 Mio. Terajoule beträgt, liegt weit unter einem Promille. Im Jahr 2011 machte der Anteil der Fotovoltaik am Elektrizitäts-Endverbrauch schätzungsweise 0,283% aus, der Anteil der therm. S. am Niedertemperaturverbrauch etwa 0,05%. Mit techn. und polit.-wirtschaftl. Fragen der Nutzung von S. beschäftigen sich u.a. die Schweiz. Vereinigung für Sonnenenergie und der Schweiz. Fachverband für Sonnenenergie (Swissolar).


Literatur
– J. Perlin, Dal sole: l'energia solare dalla ricerca spaziale agli usi sulla terra, 2000
– C. Amery, Klimawechsel, 2001
– N. Fisch, Solarstadt, 2001
– J. Staab, Solare Energien, 2001

Autorin/Autor: Daniel Marek