Ried-Mörel

Ehemalige politische Gemeinde VS, Bezirk Östlich-Raron, die sich 2003 mit Goppisberg und Greich zur neuen Gemeinde Riederalp vereinigte. R. liegt auf einer Terrasse zwischen Mörel und der Riederalp, besteht aus einer Vielzahl kleiner Weiler und ist durch eine Strasse und eine Luftseilbahn erschlossen. 1314 de riede. 1850 302 Einw.; 1900 333; 1950 292; 2000 304. Die Burg Mancapan, Sitz der Gf. von Mörel, wurde 1260 von Gf. Peter II. von Savoyen zerstört und ist noch als Ruine zu sehen. 1373 trat R. erstmals als Gemeinwesen auf. Gemäss der ältesten erhaltenen Bauernzunft von 1619 bildeten Ried und Bitsch eine Gemeinschaft, die bis 1798 als Viertel des Halbzendens Östlich Raron galt. Kirchlich gehörte R. zu Mörel (ab 1786 Rektorat) und ist seit 1904 eine eigene Pfarrei. 1385 erstmals erwähnte Suonen und Holzkännel vom Massakinn am Aletschgletscher her versorgten R. mit Wasser, das seit 1946 in einem 3 km langen Stollen durch das Riederhorn geleitet wird. Bis nach dem 2. Weltkrieg war die Gemeinde von Landwirtschaft und Viehzucht geprägt, während Ende des 20. Jh. ein Grossteil der Bevölkerung im Tourismus tätig war (2000 58%).


Literatur
– P. Arnold, Licht und Schatten in den 10 Gem. von Oestlich-Raron im Wallis, 1961
Kdm VS 3, 231-265

Autorin/Autor: Anton Riva