24/11/2009 | Rückmeldung | PDF | drucken

Martisberg

Polit. Gem. VS, Bez. Östl. Raron, Streusiedlung am Nordhang des Rhonetals. 1311 Martisperg. 1850 90 Einw.; 1900 86; 1950 66; 2000 27. M. gehörte einst zur Grafschaft Mörel. Der Bf. von Sitten richtete 1263 eine Kastlanei ein, die bis 1798 bestand. Daher war M. von den Zendenämtern in Östl. Raron weitgehend ausgeschlossen. Kirchlich gehörte M. zuerst zur Pfarrei Mörel, ab 1634 zu Grengiols, seit 1959 zu Lax. Die 1697 erw. Kapelle der hl. Maria und des hl. Martin wurde 1950/51 durch eine dem hl. Antonius geweihte Kapelle ersetzt. 1351 wird eine "communitas" erwähnt, ab dem 14. Jh. bestanden Regelungen mit den Nachbargemeinden zur Bewässerung des kargen Bergs. Hauptsiedlung war früher wohl Derfji, heute das tiefer gelegene Hittubodu (1346 m), wo schon 1795 ein Gemeindehaus erbaut wurde. Im 19. Jh. setzte eine Auswanderung v.a. nach Argentinien ein, im 20. Jh. die Abwanderung.


Literatur
– P. Arnold, Licht und Schatten in den 10 Gem. von Oestlich-Raron im Wallis, 1961
Kdm VS 3, 1991, 170-177

Autorin/Autor: Philipp Kalbermatter