02/06/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken

Bister

Polit. Gem. VS, Bez. Östlich-Raron. Am Talhang gelegene, aus einer Einzelhoflandschaft hervorgegangene kleine Streusiedlung. 1374 Bystur, 1480 Bistar. 1850 118 Einw.; 1900 110; 1941 91; 1950 72; 2000 33. Latènezeitl. Siedlungsspuren. B. gehörte stets zur Pfarrei Mörel. Die Marienkapelle in B. wurde 1651 erbaut. B. und Gyfris (heute Filet) bildeten zusammen ein Viertel des Zenden Östlich-Raron und gaben sich 1442 Gemeindesatzungen. Mit Mörel und Filet teilte B. auch Wälder, Alpen und Weiden, teilweise bis zur endgültigen Grenzziehung 1818. Nach der Abtrennung von Bedle (zu Grengiols) wurde B. Hauptsiedlung und gab dem ganzen Berg den Namen (1684 in monte Bister). Gemeindehaus 1699. Im 18. und 19. Jh. Einschränkung des Doppelburgerrechts mit Filet. Im 19. Jh. war B. stark von der Auswanderung nach Amerika betroffen (25 Personen 1856). Seit der Mitte des 20. Jh. ziehen die Einwohner allmählich in tiefer liegende Gemeinden. 1990 arbeiteten von den insgesamt zehn Erwerbstätigen noch vier in B. (alle im 1. Sektor).


Literatur
– P. Arnold, Licht und Schatten in den zehn Gem. von Östlich-Raron, 1961
Kdm VS 3, 1991, 159-169

Autorin/Autor: Philipp Kalbermatter