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Karlen, Heinrich

geboren 1.2.1922 Törbel, gestorben 28.10.2012 Bulawayo (Simbabwe), kath., von Törbel. Sohn des Viktor, Landwirts, und der Viktorina geb. Juon. 1942 Matura in Brig. Im selben Jahr Novize bei den Mariannhiller-Missionaren in Brig. Stud. der Philosophie und der Theologie bei den Jesuiten in Sitten, dann an der Univ. Innsbruck, 1948 Lizentiat, 1949 Doktorat an der päpstl. Universität Gregoriana in Rom. 1947 Priesterweihe. Von 1951 an lebte K. in Südafrika. 1952-57 wirkte er als Dozent am nationalen Seminar bei Durban, 1958-63 als Missionar in der Transkei, 1963-68 als Generalvikar und ab 1968 als Bf. von Umtata. Sein Episkopat stand im Zeichen der Apartheidfrage. 1974 wurde K. zum Bf. von Bulawayo (damals noch Rhodesien) gewählt, zu einem Zeitpunkt, als die machthabenden weissen Siedler und die schwarze Bevölkerungsmehrheit gegeneinander kämpften. Während der ethn. Konflikte, die im Anschluss an die Unabhängigkeit Simbabwes von Grossbritannien ausbrachen, trat er als Verteidiger der Menschenrechte auf. 1983 vermittelte er zwischen dem damaligen Premierminister Robert Mugabe und dessen wichtigstem Gegner Joshua Nkomo. 1994 wurde K. zum Ebf. von Bulawayo ernannt. 1997 trat er von seinem Amt zurück und setzte sich in Bulawayo zur Ruhe.


Literatur
Nouvelliste, 1968, Nr. 172
Walliser Bote, 1987, Nr. 268; 1994, Nr. 150; 1997, Nr. 141

Autorin/Autor: Frédéric Giroud / GL