Trient (VS)

Polit. Gem. VS, Bez. Martigny. Sie liegt im oberen Trienttal links der Rhone an der Strasse zum Col de la Forclaz und grenzt an Frankreich. Die grossflächige Gem. umfasst 22 Weiler, darunter den Hauptort Gillot und Les Jeurs. Zwischen 1025 und 1031 Trioncia, 1298 Triens. 1900 329 Einw.; 1950 188; 2000 130. Der Bf. von Sitten überliess 1377 Nantelme de Martigny, dem Viztum von Martigny, den Wald und das Eisenbergwerk von T. Les Jeurs war um 1350 ein kleines Dorf und gehörte zum Viertel Martigny-Combe; der Weiler T. war anfänglich nur ein Maiensäss. Nach einer Abstimmung 1899 wurde T. von der Gem. Martigny-Combe abgetrennt und bildete ab 1900 eine eigene Gemeinde. Kirchlich war T. Martigny angegliedert; eine Kapelle soll bereits 1286 bestanden haben. Die Filiale wurde 1830 zum Rektorat und 1868 zur Pfarrei erhoben. Erst mit dem Bau der Kirche 1893 trennte sich T. ganz von der Pfarrei Martigny. In Les Jeurs wurde 1657 eine Kapelle gebaut. 1878 bestand je eine Schule in T., in Les Jeurs (1948 geschlossen, heute Bibliothek) und in Litroz. Neben der Viehwirtschaft spielte in der 2. Hälfte des 19. Jh. die Gewinnung von Eis aus dem Trientgletscher eine Rolle. Der Sommertourismus entwickelte sich zwischen 1870 und 1906 und führte zum Bau von sieben Hotels. Die 1957 eröffnete Strasse über den Col de la Forclaz, die Martigny mit Chamonix verbindet, ersetzte diejenige des 19. Jh., die anstelle eines Saumpfads angelegt worden war.


Literatur
– R. Gay-Crosier, T., 1999
– J.-P. Gougler, Autour de l'Eau-Noire et du T., 2002

Autorin/Autor: David Rey / SRL