20/10/2010 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Riddes

Polit. Gem. VS, Bez. Martigny, am linken Rhoneufer, umfasst R. in der Ebene, den Weiler Auddes, den Ferienort La Tzoumaz in Mayens-de-R. sowie Ecône. 1001 Ride, dt. früher Riden. 1802 195 Einw.; 1850 487; 1900 892; 1950 1'262; 2000 2'197. Ein grosses Gräberfeld aus der Spätlatènezeit, das bis in die Römerzeit als Begräbnisstätte diente, wurde Ende des 19. Jh. entdeckt. U.a. traten zahlreiche sog. Walliser Armreifen aus Bronze zutage. R. gehörte ursprünglich der Kirche Sitten und ab dem 12. Jh. dem Gf. von Savoyen. Im MA war es aufgrund einer grossen zollpflichtigen Brücke über die Rhone ein wichtiger Durchgangsort für Militär und Handel. Das Viztum R., ein Lehen der de Chevron und dann der de Montheys, gehörte ab dem 13. Jh. zur Kastlanei Saillon und bildete darin eine Meierei. Nach der Eroberung des Unterwallis 1476 ging R. an die sieben Zenden über. 1742 kaufte R. die Telle und den Todfall zurück und wurde 1798 selbstständig. Die ab 1153 erw. Pfarrkirche St. Lorenz gehörte der Abtei Ainay, bevor sie 1580 in das Mensalgut des Bf. von Sitten integriert wurde. Sie wurde 1701 durch einen Barockbau ersetzt, der seit der Errichtung der neuen Kirche 1972 als Krypta dient. 1895 gründeten die Ordensschwestern von Saint-Joseph de Champagnole in R. ein Pensionat, später einen Kindergarten und eine Haushaltungsschule. 2009 verliessen sie R. Bis Anfang 20. Jh. lebte R. v.a. von der Berglandwirtschaft, infolge der Rhonekorrektur ab Mitte des 19. Jh. entwickelte sich dann auch die Landwirtschaft in der Ebene. Die zwei Genossamen Chassoure und Etablons teilten sich die Nutzung der Alpen. 2005 stellte die Landwirtschaft noch 16% der Arbeitsplätze in der Gem., Industrie und Gewerbe 29%. 1892-1922 beherbergte R. die erste Landwirtschaftsschule des Kantons. Nach dem Bau der Eisenbahn 1860 entstanden versch. Unternehmen in R., darunter 1889 die Weinhandlung Maye (heute Les Fils Maye SA), eine noch heute bestehende Uhrenfabrik, ein Kraftwerk in Ecône, das von den Kraftwerken Mauvoisin betrieben wurde, sowie eines in Bieudron, das im Dez. 2000 nach einem Unfall stillgelegt wurde und im Jan. 2010 seinen Betrieb wieder aufnahm. Seit 1942 sind R. und Isérables durch eine Seilbahn verbunden. Mit dem Bau eines Skilifts 1950 nahm R.s Entwicklung zum Wintersportort ihren Anfang, wobei die Nähe zu Verbier von Vorteil war. Das Skigebiet gehört seit 2009 zur Tourismusgesellschaft Verbier/Val de Bagnes-La Tzoumaz-Pays du St-Bernard SA.


Literatur
– B. Monnet, R., 2007

Autorin/Autor: Bernard Monnet / CN