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Camenzind, Alberto

geboren 7.6.1914 Lugano,gestorben 29.9.2004 Astano, kath., von Gersau, Ehrenbürger von Lugano (1964). Sohn des Eduard, Hoteliers, und der Chiara geb. d'Ambrogio. ∞ Gabriella Bargna. C. besuchte das Lyzeum in Lugano, 1933-39 die ETH Zürich. 1942 eröffnete er ein Architekturbüro in Lugano, 1959-91 arbeitete er mit Bruno Brocchi zusammen, mit dem er assoziiert war. C. war Chefarchitekt und Mitglied der Leitung der Expo 64 in Lausanne. 1965-81 Prof. an der ETH Zürich, Mitglied der eidg. und der Tessiner Denkmalpflegekommission und der Eidg. Kunstkomm. (1965-72). Zu seinen Werken gehören Häuser in Cademario (1953) und Sorengo (1957), ein freistehendes Wohn- und Geschäftsgebäude in Lugano (1985), das Geschäftshaus der Alfa Romeo in Agno (1963), das Gymnasium in Bellinzona (1958, heute Scuola media), das Radiostudio der ital. Schweiz in Lugano (1958-61 mit Augusto Jäggli und Rino Tami ausgeführt), der Sitz der Internat. Arbeitsorganisation in Genf (1970 zusammen mit Pier Luigi Nervi und Eugène Beaudouin). Frei von formalem Schematismus achtete C. auf die menschl. Bedürfnisse und trug so zur Erneuerung der architekton. Sprache in der Schweiz bei.


Literatur
– T.F. Meyer et al., Lehrstuhl Prof. Alberto C. 1973-81, [1982], (ETH)
Alberto C., hg. von W. Oechslin, F. Ruchat-Roncati, 1998

Autorin/Autor: Marino Cattaneo / SK