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Scheidegger, Ernst

geboren 30.11.1923 Rorschach,gestorben 16.2.2016 Zürich, konfessionslos, von Lützelflüh. Sohn des Ernst, Bundesbeamten, und der Ida geb. Wiederkehr. ∞ 1952 Gertrud Hotz. Nach einer Berufslehre als Schaufensterdekorateur 1940-43 absolvierte S. 1945-48 die von Hans Finsler geleitete Fachklasse für Fotografie an der Kunstgewerbeschule Zürich. Er arbeitete 1948-49 als Assistent des Fotografen Werner Bischof und des Architekten und Künstlers Max Bill. Im Rahmen des Marshallplans gestaltete S. 1949-52 fünf international gezeigte Fotoausstellungen. Für die Fotoagentur Magnum bereiste er 1952-55 den Nahen Osten, Indien und Länder im Fernen Osten, seine Reportagen erschienen in Magazinen wie "Paris-Match", "Life", "Picture Post" oder "Stern". 1956-57 lehrte S. visuelle Gestaltung an der Hochschule für Gestaltung in Ulm. 1960-89 war er Bildredaktor der NZZ-Beilage "Das Wochenende", in der rund 200 seiner eigenen Bildreportagen erschienen. 1962 gründete S. einen Verlag für Kunstbücher, die er mehrheitlich selbst gestaltete. An der Expo 64 in Lausanne wirkte er als Chefgrafiker des Sektors L'art de vivre - Bilden und gestalten. 1971 gründete S. eine eigene, bis 1992 bestehende Kunstgalerie in Zürich. Seinem ersten Film über Alberto Giacometti (1962-65) folgten weitere Filme über die Künstler Hans Erni, Bill und Bernhard Luginbühl. 1980-84 entstanden Fernsehfilme zu künstler. Themen. 1997 gründete S. mit Heiner Spiess den Verlag Scheidegger & Spiess. Er pflegte engen Kontakt mit schweiz. Künstlern und der internat. Künstlerszene. Seine Fotografien von Alberto Giacometti, Georges Vantongerloo, Hans Arp oder Joan Miró sind von hohem ästhet. und dokumentar. Wert.


Werke
Alberto Giacometti, 1963
Spuren einer Freundschaft, 1990
Spuren einer Begegnung, 1993
Einblicke, 1999
Literatur
Ernst S., 1992

Autorin/Autor: Georg Sütterlin