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Renan (BE)

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Courtelary, Verwaltungskreis Berner Jura, im oberen Vallon de Saint-Imier. 1372 Renens, dt. früher Rennen. 1725 380 Einw.; 1800 929; 1850 1'820; 1900 1'746; 1950 1'042; 2000 836. Als Besitz des Stifts Saint-Imier gehörte R. zur Herrschaft Erguel (Fürstbistum Basel). Unter der franz. Herrschaft 1798-1813 unterstand es dem Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin. 1815 kam es zum Kt. Bern. Kirchlich hing R., das gleichzeitig mit dem Erguel reformiert wurde, bis zur Errichtung einer selbständigen Kirchgem. 1729 von Saint-Imier ab (bis 1861 mit La Ferrière). Die Kirche wurde 1627-31 mit Bewilligung des Fürstbf. von Basel, der die Kollatur besass, gebaut und 1976-77 renoviert. 1729-1861 zählte auch La Ferrière zur Kirchgem. R. Nach der Erhebung von 1831 fanden viele Neuenburger Aufständische in R. Zuflucht. Ami Girard und sein Freiwilligenkorps brachen am 1.3.1848 von hier auf, um sich der Neuenburger Revolution anzuschliessen. Seit 1868 ist R. eine Gemischte Gemeinde. Es verdankte seinen Aufschwung der Ende des 17. Jh. aus den Montagnes neuchâteloises eingeführten Uhrenindustrie. Mit der Eröffnung der Bahnlinie Biel-Les Convers 1874 erhielt die Gem. Anschluss ans Bahnnetz. Trotzdem ging das Wirtschaftswachstum zurück, v.a. während der Krise in den 1930er Jahren. Nach dem 2. Weltkrieg erholte sich die Uhrmacherei, aber den Einbruch in den 1970er Jahren überstand sie nicht. 1961 wurde eine anthroposoph. Werksiedlung errichtet. Zu Beginn des 21. Jh. war R. landwirtschaftlich geprägt; 2005 stellte der 1. Sektor 36% der Stellen in der Gemeinde.


Literatur
Intervalles, 1992, Nr. 34
– P. Tharin, Recensement architectural de la commune de R., 2000

Autorin/Autor: Christine Gagnebin-Diacon / MD