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No 4

Burri, René

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geboren 9.4.1933 Zürich,gestorben 20.10.2014 Zürich, ref., von Wahlern. Sohn des Rudolf Otto. ∞ 1) Rosellina Bischof ( -> 6), 2) Clotilde Blanc. Kunstgewerbeschule Zürich, 1949-50 Vorkurs bei Johannes Itten. B. wollte eigentlich zum Film, besuchte dann aber 1950-53 die Fachklasse für Fotografie bei Hans Finsler. Nach dem Abschluss wirkte er als Kameraassistent von Ernst A. Heiniger bei der Walt Disney-Produktion "Switzerland" (1953) und wurde 1956 mit einer Fotoreportage über die musikal. Erziehung taubstummer Kinder korrespondierendes Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum (Vollmitglied seit 1959 und Präs. von Magnum Europa 1982-84). Von 1955 an arbeitete B. ausserhalb der Schweiz, vorerst in Krisengebieten im Nahen Osten, dann in Südamerika und seit Anfang der 1960er Jahre im Fernen Osten, in Afrika und den Vereinigten Staaten. Viele Länder dokumentierte er über viele Jahre hinweg. Ab 1959 wurden seine Fotoreportagen durch Magnum vertrieben. Sie erschienen in diversen wichtigen Zeitschriften wie "Epoca", "Life", "Look", "Paris-Match", "Stern", aber auch als Sondernummern des "Du". Während eines längeren Südamerikaaufenthaltes 1958 produzierte B. einen Fotoessay über Gauchos. 1959-61 fotografierte er intensiv in Deutschland und publizierte "Die Deutschen" (1962). Anlässlich einer Reportage über Kuba 1963 entstanden Porträts von Fidel Castro und Che Guevara. B. drehte Filme über China (1965, 1968), über Israel (1967) und die Schweiz zur Zeit der Überfremdungsinitiative (1970). Er arbeitete wiederholt in Amerika, doch nahmen seine Bilder einen zunehmend krit. Ton an ("Ein amerikan. Traum" 1986). B.s Interesse galt auch der Architektur und der Kunst; er schuf Porträts von Pablo Picasso, Alberto Giacometti, Le Corbusier und Jean Tinguely.


Literatur
René B., 1984

Autorin/Autor: Martin Gasser