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Boissonnas, Fred

geboren 18.6.1858 (François Frédéric) Genf, gestorben 17.10.1946 Genf, ref., von Genf. Sohn des Antoine-Henri ( -> 1). Bruder des Edmond-Victor ( -> 4). ∞ Augusta Magnin, Tochter eines Brennstoffhändlers. B. wurde von seinem Vater sehr früh in die Fotografie eingeführt und vervollständigte seine Ausbildung in Stuttgart und Budapest. Der hochbegabte Fotograf übernahm 1887 das väterl. Atelier, das sehr berühmt wurde für seine Porträts und Genrebilder sowie für die Qualität der Abzüge, die mit Bromöl, Kohlepapier und Tonbad gefertigt wurden. B. gewann viele Preise und war bereits weithin bekannt, als er einer der offiziellen Fotografen der Landesausstellung von 1896 in Genf wurde. In zahlreichen Alben dokumentierte er das Village suisse, das im Mittelpunkt der Ausstellung stand. Er eröffnete Filialen in Reims, Marseille, Lyon, Paris und St. Petersburg. Als routinierter Alpinist fotografierte er die Schweizer Alpen mit grossem Talent. 1903 reiste er mit Daniel Baud-Bovy nach Griechenland. Mit ihm realisierte er mehrere Bücher, namentlich "En Grèce par monts et par vaux" (1910). B.' Vorliebe für die hellenist. Kultur führte ihn immer wieder nach Griechenland und Kreta. So entstanden zahlreiche Werke wie "L'Acropole d'Athènes" (1914), "La Grèce immortelle" (1919) oder "Dans le sillage d'Ulysse" (1933, mit Victor Bérard). Ab 1920 bereiste er auch Ägypten, Nubien und den Sinai, worauf er 1932 "L'Egypte" publizierte. Insgesamt veröffentlichte B. rund 50 Bücher. 1919 gründete er die Editions Boissonnas, die ihn allerdings in den Ruin trieben. 1920 wurden der Verlag und das Fotoatelier von seinem Sohn Edmond-Edouard ( -> 3) übernommen, 1924 von Henri-Paul ( -> 6), schliesslich 1927 von Paul.


Literatur
– N. Bouvier, B., 1983, 64-159

Autorin/Autor: Daniel Girardin / MF