15/08/2005 | Rückmeldung | PDF | drucken

Gampel

Polit. Gem. VS, Bez. Leuk, am rechten Ufer der Lonza, am Ausgang des Lötschentals, bestehend aus G. (1890 Dorfbrand) und dem Weiler Jeizinen (1793 Brand), der heute ein Ferienort ist, erreichbar mit der Seilbahn von G. und über die Strasse von Leuk. 1238 Champilz. 1850 330 Einw.; 1900 531; 1910 2'086 (Bau des Lötschbergtunnels); 1950 798; 2000 1'301. 1339 erstmals als unabhängige Gem. erwähnt, gehörte G. zu den Gem. des Zenden Leuk, die sich 1357 zur Wahrung ihrer Interessen zusammentaten. 1545 schuf G. und 1674 Jeizinen eine Bauernzunft (Gemeindeordnung). Die dem hl. Theodul gewidmete Kapelle von G. wurde 1442 eingeweiht. Die alte Kapelle von Jeizinen stammt aus der Mitte des 17. Jh., 1965-66 wurde eine neue Kapelle errichtet. Bis 1663 gehörte G. zur Pfarrei Leuk, wurde dann eine eigenständige Pfarrei und baute eine Kirche, die 1880 ersetzt wurde. 1723 entstand das Gemeindehaus mit barocken Stilelementen. Nach den Auseinandersetzungen 1616 zwischen G. und Steg wegen des Übertretens der Lonza legte der Landrat die Grenze zwischen den beiden Gem. definitiv fest; sie entspricht der Grenze zwischen den Zenden Raron und Leuk. 1869-75 Rhonekorrektur. 1897 Bau der Lonza Elektrizitätswerke und Chem. Fabriken AG Gampel, dem Vorläuferunternehmen der Lonza AG, das ab 1929 in Konkurrenz mit der Fabrik von Visp stand. Die Fabrik von G. wurde 1999 aufgegeben. Die Wirtschaft der durch die Industrialisierung reich gewordenen Gem. stagniert zu Beginn des 21. Jh. 1877 erster gemeinsamer Bahnhof für G. und Steg an der Simplonlinie. 1930-32 Bau der Schule. 1980 und 1985 wurde die Vereinigung der Gem. G. und Steg zur Gem. Lonza erwogen. Seit 1986 Rock-Festival Open Air Gampel.


Literatur
– F. Schnyder, Chronik der Gem. G., 1949

Autorin/Autor: Rachel Siggen-Bruttin / BE