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Bratsch

Polit. Gem. VS, Bez. Leuk, rechts der Rhone. Die Gemeinde umfasst das Haufendorf B. auf einer Terrasse am steil abfallenden Hang, darüber die Höhensiedlung Änggersch sowie in der Ebene des Rhonetals die Siedlungen Getwing und Niedergampel. 1228 und 1242 Praes, 1309 Prahcs, 1322 Praes, 1357 Prayes, 1408 Prages, 1532 Bratsch. 1798 166 Einw.; 1850 128; 1900 199; 1950 458; 1970 503; 2000 464. Alemann. Besiedlung leitete die Germanisierung ein, die im 15. Jh. abgeschlossen war. Die erstmals im 14. Jh. erwähnte communitas gehörte zum Vizedominat Leuk, das 1613 an den gleichnamigen Zenden kam. Bis zur Gründung der Pfarrei Erschmatt-B. (1721) war B. nach Leuk pfarrgenössig (Marienkapelle aus dem 17. Jh.). Nach 1666 lag in Erschmatt ein Pestfriedhof. Änggersch, vormals ein kommunales Doppelgebilde mit B. (Burgerstatut 1672, gemeinsame Burgerliste 1826), sank im 19. Jh. zur Filialsiedlung ab. 1873 vergrösserte sich die Gemeinde durch den teilweisen Anschluss der ehemaligen Temporärsiedlung und heutigen Wohngemeinde Niedergampel. Nach der Eröffnung der Lonzawerke in Gampel (1897) gingen die Arbeiterbauernfamilien bald von der tradierten mehrstufigen Mischwirtschaft -- Ackerbau (Zweizelgensystem mit Flurzwang), Viehhaltung (Einzelalpung mit gemeinsamer Hut auf Alp Niwen), im Tal Rebbau -- zu extensiveren Bewirtschaftungsformen über. 1990 gingen 94% der Erwerbstätigen ausserhalb der Gemeinde ihrer Arbeit nach.


Literatur
– P. Jossen, Erschmatt, B. und Niedergampel im Zenden Leuk, 1970
– K. Anderegg, Siedlungsgebiet und Siedlungsbild von B., Ms., 1976
HS I/5, 550

Autorin/Autor: Gregor Zenhäusern