Agarn

Polit. Gem. VS, Bez. Leuk. Ehem. Strassendorf auf einem Schwemmkegel am südl. Hang des Rhonetals. 1252 Aert, 1267 Ayert, 16. Jh. Agaren. 1703 ca. 100 Einw.; 1850 186; 1900 279; 1950 479; 2000 758. Im 13.-14. Jh. war A. Sustenort für den Simplontransit, im 14. Jh. trat es als selbständige Gem. auf. Kirchl. gehörte A. im MA zur Pfarrei Leuk, polit. zum Zendendrittel Ennet dem Rotten. Dem Bau der Rosenkranz-Kapelle 1679 und der Errichtung eines Rektorats 1893 folgten 1922-23 die Pfarreigründung und der Bau der Kirche Maria vom Rosenkranz. 1711 wird das Burgerhaus erw.; Gmeind-Reglen datieren von 1825. Schweren Schaden richteten die Brände von 1799 und 1899 an. Seit ca. 1800 wird das Dorf im Norden durch die Land- bzw. Kantonsstrasse umfahren. Im 19. Jh. wurde die Rottenebene entsumpft. 1935 trennten sich die ortsansässigen von den auswärtigen Burgern. A. blieb stets von der insbes. durch Arbeiterbauern betriebenen Landwirtschaft geprägt, doch fand in jüngster Vergangenheit eine Verlagerung zu Kleinindustrie und Gewerbe statt. 1990 arbeiteten 187 Beschäftigte in 36 Betrieben, und 76 Arbeiter fanden ihr Auskommen in den Alusuisse-Werken in Chippis.


Literatur
– A. Grichting, A. einst und heute, 1992

Autorin/Autor: Philipp Kalbermatter