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Hottinger, Johann Jakob

geboren 18.5.1783 Zürich, gestorben 17.5.1860 Zürich, ref., von Zürich. Sohn des Johann Kaspar, Kaufmanns, und der Elisabeth geb. Landolt. ∞ 1817 Catharina Escher vom Glas. H. besuchte die Zürcher Schulen. 1804 erfolgte die Ordination zum Geistlichen. Nach Reisen wurde er Prof. an der Kunstschule in Zürich und Redaktor der "Schweiz. Monatschronik". Zur Geschichtsschreibung kam er dank der Aufforderung, das Müller'sche Geschichtswerk nach Robert Glutz' Tod fortzusetzen. So entstand sein Hauptwerk, die "Geschichte der Eidgenossen während der Zeiten der Kirchentrennung" (2 Bde., 1825-29). 1833 wurde er ao., 1844-59 o. Prof. für Vaterländ. Geschichte an der Univ. Zürich. Ferner gab er Bullingers Reformationsgeschichte (mit Hans Heinrich Vögeli, 3 Bde., 1838-40) heraus und veröffentlichte u.a. "Vorlesungen über die Geschichte des Untergangs der alten Eidgenossenschaft der dreizehn Orte und der Umbildung derselben in eine helvet. Republik" (1844) sowie die Biografie "Hans Conrad Escher von der Linth" (1852). 1831-32 Regierungsrat bis zur sog. Bassersdorfer Krise, zeitweilig Erziehungsrat. 1833 Dr. phil. h.c. der Univ. Zürich und Königsberg.


Archive
– ZBZ, Nachlass
Literatur
– P. Stadler, «Ein autobiogr. Lebensabriss des Reformationshistorikers Johann Jakob H.», in Festgabe Leonhard von Muralt zum siebzigsten Geburtstag, hg. von M. Haas, R. Hauswirth, 1970, 63-76
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 2, 582-586

Autorin/Autor: Peter Stadler