03/12/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Synode 72

Die S. diente der Umsetzung der Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils auf der Ebene der Ortskirchen in der Schweiz. Sie wurde von der Bischofskonferenz am 10.3.1969 beschlossen, nach einer landesweiten Umfrage mit hoher Beteiligung durch interdiözesane Sachkommissionen gesamtschweizerisch vorbereitet, 1972-75 in den einzelnen Bistümern und in der Abtei Saint-Maurice durchgeführt und deren Beschlüsse wiederum gesamtschweizerisch zusammengefasst. Die Synodalen (Priester, Ordensleute, Laien) hatten aufgrund einer röm. Dispens vom 22.9.1969 alle dasselbe Rede- und Stimmrecht. Während der drei Synodenjahre tagten die Synodalen in bis zu zehn mehrtägigen Arbeitssessionen. Die S. verabschiedete Beschlüsse in zwölf Sachgebieten, die den Glauben und die Glaubensverkündigung, Gottesdienst und Seelsorge, das Verhältnis zur Gesamtkirche, zu Staat, Gesellschaft und Wirtschaft sowie Fragen der Ökumene, Bildung und sozialen Gerechtigkeit behandelten. Das Schweizer Synode-Hochgebet fand Eingang in das "Missale Romanum". Doch lehnte Rom die Eingaben der Bischöfe, etwa das Gesuch um die Einrichtung eines gesamtschweiz. Pastoralrats als interdiözesanes Beratungsorgan für die Bischofskonferenz, mehrheitlich ab.


Literatur
Die Synode zum Thema ..., 7 Bde., 1975-77
– E. Hangartner-Everts, S., 1978
– G. Bavaud, «L'experience du S.», in Schweizer Katholizismus im Umbruch 1945-1990, hg. von U. Altermatt, 1993, 307-323
– F.X. Bischof, C. Dora, Ortskirche unterwegs, 1997, 209-217

Autorin/Autor: Franz Xaver Bischof