Schweizer Bischofskonferenz (SBK)

Die SBK wurde 1863 auf Betreiben des Churer Generalvikars Theodosius Florentini in Solothurn als pastorales Kontaktorgan der Schweizer Bischöfe gegründet. Mitglieder sind die Bischöfe und Weihbischöfe der Bistümer Basel, Chur, Lausanne-Genf-Freiburg, St. Gallen, Sitten und Lugano sowie die Äbte der Gebietsabteien Saint-Maurice und Einsiedeln. Schliesslich gehören seit 2001 auch emeritierte Bischöfe dazu, sofern sie mit Sonderaufgaben betraut wurden. Obwohl die SBK zu den ältesten Gremien dieser Art gehört, gewann sie zunächst nach aussen nur wenig Profil. In den ersten Jahrzehnten gehörte die Festlegung einer gemeinsamen Haltung gegenüber staatskirchl. Einschränkungen zu ihren hauptsächlichsten Traktanden. 1920 wehrten sich die Bischöfe gegen Versuche des Hl. Stuhls, den Nuntius (Nuntiatur) als Präs. der SBK einzusetzen. Ein ausgeprägtes Lokalkirchenbewusstsein -- rechtlich gesehen untersteht jedes Bistum direkt dem Hl. Stuhl -- behinderte grössere gemeinsame Initiativen. 1967 wurden die Statuten von 1863 im Sinne des 2. Vatikan. Konzils neu festgelegt. Seither versteht sich die SBK als Leitungsgremium der Katholischen Kirche der Schweiz. Ihre Beschlüsse haben innerhalb der vom Kirchenrecht festgesetzten Normen gesetzgebenden Charakter. Ständige Organe sind die Versammlung, das Präsidium und seit 1971/72 das Sekretariat in Freiburg. Die SBK tritt vier Mal im Jahr zu ordentl. und gegebenenfalls zu ausserordentl. Versammlungen zusammen, zieht zur Beratung Experten heran und wird bei kirchl. und gesellschaftl. Fragen vom Bund zur Vernehmlassung konsultiert. Innerhalb der SBK sind die Aufgaben in 18 Dikasterien (z.B. Liturgie, Jugend, Ökumene, Ehe und Fam.) gegliedert. In gesellschaftlich relevanten Fragen versucht die SBK einen Konsens mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften zu erreichen. 2001 erfolgte eine weitere Statutenrevision.


Literatur
Jber. des Sekretariats der SBK, 1987-
– R. Astorri, La conferenza episcopale svizzera, 1988

Autorin/Autor: Victor Conzemius