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Gagliardi, Ernst

geboren 7.1.1882 Zürich,gestorben 22.1.1940 Zürich, ref., von Prato-Sornico. Sohn des Ernesto, Telegrafisten. ∞ 1923 Emma Graf. Gymnasium in Zürich, 1900 Matur. Stud. der Geschichte und Kunstgeschichte in München, Berlin (u.a. bei Heinrich Wölfflin) und Zürich (Gerold Meyer von Knonau, Wilhelm Oechsli), dort 1906 Promotion. Nebenamtl. Mittelschullehrer in Glarisegg (Gem. Steckborn) und Zürich. Arbeit am Handschriftenkatalog der Stadtbibliothek (später ZB) Zürich (publiziert 1931-37, erweiterte Ausgabe 1982). 1910 PD an der Univ. Zürich, 1919 ao., dann o. Prof. für Allgemeine und Schweizer Geschichte. G.s Forschungsschwerpunkte waren die Schweizer Geschichte um 1500 und einzelne Persönlichkeiten. In seiner "Geschichte der Schweiz" präsentiert G. sich auch als Kritiker seiner Zeit. Sein Werk ist gekennzeichnet durch überbordende Quellenfülle und ästhetisch feinsinnige Charakterisierungen. 1939 erhielt G. den Gottfried-Keller-Preis.


Werke
Novara und Dijon, 1907
Dok. zur Gesch. des Bürgermeisters Hans Waldmann, 2 Bde., 1911-13
Der Anteil der Schweizer an den ital. Kriegen 1494-1516, 1918, (unvollständig)
Alfred Escher, 1919
Bismarcks Entlassung, 2 Bde., 1927-41
Gesch. der Schweiz von den Anfängen bis zur Gegenwart, 3 Bde., 31938
– (zusammen mit H. Nabholz und J. Strohl) Die Univ. Zürich 1833-1933 und ihre Vorläufer, 1938
Archive
– ZBZ, Nachlass
Literatur
– G. Hoffmann, Ernst G., 1943
– P. Stadler, «Aus den Tagebüchern des jungen Ernst G.», in ZTb 94, 1974, 146-166
– P. Stadler, «Zwischen Klassenkampf, Ständestaat und Genossenschaft», in Hist. Zs. 219, 1974, 290-358
– Feller/Bonjour, Geschichtsschreibung 2, 765-767

Autorin/Autor: Peter Stadler