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Dürr, Emil

geboren 3.12.1883 Bözingen (heute Gem. Biel), gestorben 12.2.1934 Basel, ref., von Pratteln. Sohn des Emil, Bäckermeisters, und der Emma geb. Schwab. ∞ 1) Maria Baumgartner, 2) 1927 Adrienne von Speyr. Stud. in Genf, München, Berlin und Basel, wo D. 1908 promovierte und anschliessend im Staats- und im Schweiz. Wirtschaftsarchiv arbeitete. 1918 ao. Prof., 1925 bis zu seinem Unfalltod o. Prof. an der Univ. Basel. 1918 betätigte sich D. beim Aufbau der Bürgerwehr, ab 1920 war er als liberaler Grossrat aktiv. D. gehörte zu einer neuen Generation von Historikern, die soziale, wirtschaftl. und kulturelle Aspekte mit der polit. Geschichte zu verbinden versuchten. Das gilt für seine Untersuchungen zum 15. Jh., die ein konfliktreiches Bild der Eidgenossenschaft zeichnen, wie auch für seine Arbeiten zum 19. und 20. Jh., in denen er die "Verwirtschaftlichung" der Politik thematisierte. D. entwickelte die bis heute wirkende These, "das eigentliche Wesen des Schweizers" sei bäuerlich und die schweiz. Demokratie seit ihren ma. Ursprüngen in den Alpen bis zur demokrat. Bewegung das Werk von Bauern. Bekannt ist D. ferner für seine Forschungen zu Jacob Burckhardt, die z.T. erst nach seinem Tod veröffentlicht wurden.


Werke
Neuzeitl. Wandlungen in der schweiz. Politik, 1928
Die Politik der Eidgenossen im 14. und 15. Jh., 1933
Urbanität und Bauerntum in der Schweiz, 1934
Literatur
– E. Vischer et al. Hermann Bächtold, Emil D. und der Hist. Zirkel Basel, 1984

Autorin/Autor: Werner Baumann