22/11/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken | 

Selkingen

Ehem. polit. Gem. VS, Bez. Goms, bildet seit 2000 mit Ritzingen und Biel die polit. Gem. Grafschaft. Neben dem fächerförmigen Haufendorf rechts der Rhone am Walibach zählten auch die inzwischen verlassenen Weiler Zeit und Sechshäusern am linken Rhoneufer zur Gemeinde. 1374 villa de Selgingen. 1802 130 Einw.; 1850 119; 1900 109; 1950 97; 1990 52. S. bildete bis 1798 mit Biel einen Drittel des 1344 erstmals erw. Viertels Grafschaft im Obergoms (Grosspfarrei Münster). 1510 stellte S. mit Wilhelm Gestiler erstmals den Ammann der Grafschaft. Die älteste erhaltene Bauernzunft datiert von 1600. S. übernahm 1660 die Bauernzunft von Biel. Kirchlich gehörte die Gem. bis zur Loslösung Biels 1678 zu Münster. Sie blieb bei Biel und kaufte sich 1836 endgültig von Münster los. Die Dorfkapelle St. Theodul wurde 1678 gebaut. Die Antoniuskapelle oberhalb des Dorfs aus dem 3. Viertel des 18. Jh. erinnert an die Gefährdung von S. durch Lawinen und Hochwasser. 1827 starben bei einem Lawinenunglück zwölf Personen.


Literatur
Kdm VS 1, 1976, 408-428

Autorin/Autor: Bernard Truffer