Vollèges

Polit. Gem. VS, Bez. Entremont, welche V., die Weiler Etiez und Cries sowie die Dörfer Le Levron, Chemin-Dessus und Vens umfasst. 1150 Octiet, 1178 Villezo. Bis ins 13. Jh. wurde V. als Herrschaft Othier bezeichnet. 1339 115 Steuerpflichtige; 1850 869 Einw.; 1900 910; 1950 993; 2000 1'309. Axt und Gräber aus dem Neolithikum. 1150 übergab das Haus Savoyen einen Teil seiner Rechte über V. der Abtei Saint-Maurice. V. zählte zur Herrschaft Entremont und später zum gleichnamigen Bezirk. Spätestens ab 1178 war V. eine Pfarrei. Dem heutigen Bau der Kirche Saint-Martin (1730-35, restauriert 1998-2010) gingen eine rom. Kapelle aus dem 11. und 12. Jh. und eine got. Kirche aus dem 15. Jh. (Glockenturm von Jean Dunoyer) voraus. Zwischen 1333 und 1335 ist eine communitas bezeugt. Die erste Erwähnung des Zehntloskaufs stammt von 1614, die letzten Feudallasten wurden 1809 abgelöst. Bis ins 20. Jh. war die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig, der Weinbau ist ab 1560 dokumentiert. Steinbruch und -hauerei sowie die Hotellerie stellen weitere wichtige Erwerbszweige in der Gem. dar. Bis zum Bau des Staudamms von Mauvoisin 1958 und der Unterzeichnung eines Vertrags mit der Gem. Bagnes 1960 litt V. unter konstantem Wassermangel.


Literatur
– C. Bérard, La bataille pour l'eau, 1963 (42002)
– J.-Y. Gabbud, Le siècle qui a changé V., 2000
– P. Bérard et al., L'église paroissiale de V., 2012

Autorin/Autor: Jean-Yves Gabbud / ASCH