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Liddes

Polit. Gem. VS, Bez. Entremont, an der Strasse zum Gr. St. Bernhard gelegen, bestehend aus mehreren Weilern (L.-Ville, Chandonne, Fontaine, Rive-Haute, Drance, Fornex, Les Moulins, Vichères, Chez-Petit, Palasui). 1177 Leides. 1802 1'243 Einw.; 1850 1'347; 1900 1'076; 1950 720; 2000 659. L. war Besitz des Bf. von Sitten bzw. ab 1475 des Hauses Savoyen. Die Lehensrechte der Fam. Allinges, von der ein Zweig den Namen des Orts annahm, gingen 1376 an Amadeus VI. von Savoyen über. Die Gem. entstand 1228 aus einer Abspaltung von Orsières und erhielt 1308 Freiheiten. Ihre Strukturen änderten sich unter den versch. Regimes (1798 Helvetik, 1802-10 Rhodan. Republik Wallis, dann bis 1815 franz. Dep. Simplon). Nicht zuletzt wegen der hohen Kosten, die aus der Verpflegung der durchmarschierenden franz. Reservearmee im Mai 1800 resultierten, verarmten die Bewohner, und viele wanderten aus. Die dem hl. Stephanus und dann dem hl. Georg gewidmete Kirche gehörte zum Mensualgut des Bf. von Sitten. Er vergabte sie in der 2. Hälfte des 12. Jh. der Ordensgemeinschaft des Gr. St. Bernhard. Ab dem 15. Jh. besass jeder Weiler eine eigene Kapelle. Nach einem Pergament von 1228 stimmten Pfarrei- und Gemeindegebiet praktisch überein. Die Anfang des 19. Jh. zu ca. 90% von Land- und Holzwirtschaft lebenden Bewohner hatten sich zu Alp- und Nutzungsgenossenschaften zusammengeschlossen. Ein Teil arbeitete als Taglöhner in den Weinbergen von Martigny, Aigle und Bex. Von 1899 an profitierte der Gemeindehaushalt von den Gebühren, welche die Wasserkraftwerke für Konzessionen entrichteten. Vichères-Bavon entwickelte sich dank Edmond Joris zum Winterkurort.


Literatur
– V. Darbellay, L., 1976
– T. Lattion, L. Quaglia, L. à travers les âges, 1984

Autorin/Autor: Albano Hugon / BE