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Simplon (Gemeinde)

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Polit. Gem. VS, Bez. Brig, auf der Simplonsüdseite nahe der ital. Grenze, mit dem Dorf S. und den Weilern Gabi, Egga (ehem. Freigericht Wald) und Maschihüs sowie dem Hospiz auf dem Simplonpass. 1267 Simpilion, 1285 Xeinplon, it. Sempione. 1798 250 Einw.; 1850 364; 1880 435; 1900 357; 1910 318; 1950 451; 2000 333. S. wurde wohl vor 1200 im Rahmen der Walserwanderungen von alemannischstämmigen Oberwallisern besiedelt. Bis 1798 bildete S. eine Gumper des Zenden Brig und eine Unterkastlanei mit beschränkten Befugnissen der Grosskastlanei Brig. In einem Schiedsspruch von Bf. Boniface de Challant erscheint 1307 erstmals die communitas de Simplono, die um ihren Anteil am Warentransport kämpfte. 1469 liessen die Bürger von S. die Grenzen der Gem. durch den Bf. von Sitten festlegen, 1525 schrieben sie die Satzungen der Gem. nieder. In der 1. Hälfte des 13. Jh., spätestens 1267, löste sich S. von der Mutterpfarrei Naters, 1359 wird der hl. Gotthard erstmals als Kirchenpatron erwähnt. 1725 erfolgte der Neubau der Pfarrkirche. Der Rückgang des Passverkehrs und die Eröffnung des Simplontunnels für die Eisenbahn zwischen Brig und Iselle 1906 liessen S. 1880-1910 zu einem Auswandererdorf werden. Neben dem Passverkehr prägte die Berglandwirtschaft das Dorfleben. 2000 gab es in S. etwa gleich viele Zupendler (v.a. aus Italien) wie Wegpendler (v.a. nach Brig-Glis und Visp). 2005 stellte der 1. Sektor in S. 26%, der 2. Sektor 32% der Arbeitsplätze.


Literatur
– P. Arnold, Der S., 1947
– E. Zenklusen, Aus S.s alten Tagen, 1965
– E. Zenklusen, Zur Gesch. der Pfarrei S., 1970
– R. Arnold, 700 Jahre Gem. S., 2008

Autorin/Autor: Renato Arnold