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Landtwing, Franz Fidel

geboren 21.1.1714 Zug, gestorben 9.3.1782 Zug, kath., von Zug. Sohn des Johann Franz ( -> 4). Ledig. L. trat schon mit 10 Jahren in franz. Dienste ein und wurde 1728 Offizier, 1733 Aide-Major, 1736 Hauptmann, 1741 Major sowie 1745 Oberstleutnant. 1748 kehrte er nach Zug zurück, blieb aber als Kompaniebesitzer weiterhin mit Frankreich verbunden. In Zug setzte er seine militär. Karriere als Landeshauptmann der oberen Freien Ämter (1748-82) und als Kriegsrat der Stadt Zug (1755-60, 1764-82, ab 1766 Präs.) fort. In dieser Funktion forcierte er die Modernisierung des desolaten Militärwesens und schuf mit dem Militärreglement von 1757 die erste kant. Militärorganisation überhaupt. L. war 1748-59 und 1767-81 Mitglied des städt. Rats. Im 2. Harten- und Lindenhandel trat er als einer der Führer der frankreichkrit. Harten in den Vordergrund. Grosse Bedeutung erlangte L. als Kartograf. In Zusammenarbeit mit dem Kupferstecher Jakob Joseph Clausner erarbeitete er die ersten exakten Karten von versch. Gebieten des Kt. Zug, darunter einen Plan des Schlosses St. Andreas in Cham, das er 1747 von seinem Schwager Johann Jakob Kolin erworben hatte, sowie als Hauptwerke einen Plan der Stadt Zug und eine Karte der Stadt und ihrer Vogteien (beide 1770/71). L. übertrug 1775 sein grosses, in franz. Diensten erworbenes Vermögen in ein Fideikommiss. Er gehörte innerhalb der städt. Oberschicht zur kleinen, gut gebildeten und weltläufigen Gruppe der patriotisch gesinnten Modernisierer. Ritter des St.-Ludwigs-Ordens.


Archive
– PrivA Fideikommiss L.
Literatur
– P. Dändliker, Der Kt. Zug auf Landkarten 1495-1890, 1968
– P. Hoppe, «Die vollständige Legende zum L.-Plan der Stadt Zug von 1770/71», in Tugium 2, 1986, 117-148
– A. Nussbaumer, Zuger Militär, 1998

Autorin/Autor: Renato Morosoli