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Hattstein, Johann von

geboren um 1450, gestorben 4.4.1546 Speyer. Ritter aus rheingauischem Geschlecht. Sohn des Philip und der Imgard von Reiffenberg. Vor 1480 trat H. in den Johanniter-/Malteserorden ein. 1480 nahm er an der Verteidigung von Rhodos teil. 1512 wurde er Grossprior von Deutschland und gleichzeitig Komtur der Ordenshäuser in Utrecht, Heimbach in der Pfalz, Freiburg i.Br., Bubikon und Wädenswil. 1519 Präs. der kaiserl. Kammer. 1529 kämpfte H. mit einer Abordnung seines Ordens bei der Belagerung von Wien. Er residierte meist in Heitersheim im Breisgau und liess seine schweiz. Ordenshäuser durch Verwalter führen. Er galt als energ. Ritter und geschickter Diplomat. Seinem Verhandlungsgeschick verdankte der kath. Johanniter-/Malteserorden die Einigung mit den ref. Orten Basel, Bern und Zürich und das Überleben der Ordenshäuser in Basel und Bubikon über die Reformation hinaus.


Literatur
– H. Lehmann, «Das Johanniterhaus Bubikon», in MAGZ 35, 1947, 177-179
– C.T. Maier, «Strategies of Survival: The Military Orders and the Reformation in Switzerland», in Welfare and Warfare, hg. von H. Nicholson, 1998, 355-362

Autorin/Autor: Christoph Maier