• <b>Yverdon-les-Bains</b><br>Werbeplakat für die Radios von Paillard, gestaltet von  Martin Peikert,   1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). Paillard war ab den 1920er Jahren für seine Schreibmaschinen der Marke Hermes bekannt, zudem ab den 1930er Jahren für seine Bolex-Kameras und -Projektoren. Grossen Erfolg hatte das Unternehmen auch mit seinen Radios und Grammofonen.
  • <b>Yverdon-les-Bains</b><br>Tourismusplakat zu den Vorzügen der Thermalquellen der Stadt, gestaltet von  François Gos,   1930 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). Die seit der Römerzeit bekannten Kurbäder erlebten im 18. Jahrhundert ihr goldenes Zeitalter. Als die Thermalbäder sich ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder grösserer Beliebtheit erfreuten, beschlossen die Stadtbehörden 1981, Yverdon in Yverdon-les-Bains umzubenennen.

Yverdon-les-Bains

Polit. Gem. VD, Hauptort des Bez. Jura-Nord vaudois. 2. Jh. n.Chr. vikani Eburodunenses, 3. Jh. n.Chr. Eburoduno, um 400 castrum Eburodunense, 971 in pago Everdunense, 1177 in valle de Yverdun, bis 1981 Yverdon, dt. früher Iferten. Der an der Mündung der Zihl in den Neuenburgersee gelegene Ort am Rand der Orbe-Ebene wurde bereits in prähist. Zeit besiedelt. Die 1260 gegründete ma. Stadt und ihr Schloss bilden den Kern der heutigen Cité. Nach 1945 hat sich Y. namentlich durch die Eingliederung der Weiler Clendy (885 Clendie, 1379 19 Feuerstätten) und Les Bains sowie der Gem. Gressy (2011) ausgedehnt. Dank des Anschlusses an das Eisenbahnnetz (1855) und die Autobahnen A1 (1981) und A5 (2005) bildet die Stadt zu Beginn des 21. Jh. das Zentrum einer Agglomeration. 1268 ca. 700 Einw.; 1379 ca. 1'800; 1528 ca. 1'500; 1700 ca. 2'000; 1798 2'484; 1850 3'619; 1900 7'985; 1950 12'266; 2000 24'376.

1 - Ur- und Frühgeschichte

Die kontinuierl. Besiedlung seit prähist. Zeit verdankt Y. seiner hervorragenden Lage an der Kreuzung der Landwege und der Wasserwege über den Neuenburgersee und die Zihl. Durch die sumpfige Ebene hindurch folgte der Weg vom Mittelland zu den Ausläufern des Juras den natürl. Formationen der Strandwälle. Diese Uferlinien wurden durch die Schwankungen des Seespiegels gebildet.

Auf dem ältesten, auf das Ende des 9. Jt. v.Chr. datierten Wall errichteten die jungsteinzeitl. Bevölkerungsgruppen im 4. Jt. v.Chr. das grösste Megalith-Ensemble der Schweiz (Promenade des Anglais, 45 anthropomorphe Menhire), das aufgrund seiner Anordnung vermutlich eine kult. Funktion gehabt haben dürfte. In seiner näheren Umgebung wurden mehrere Ufersiedlungen entdeckt. Die ältesten datieren von 3860 v.Chr. (mittleres Neolithikum), die jüngsten gehen auf den Beginn des 1. Jt. v.Chr. (Spätbronzezeit) zurück. Auf dem Strandwall unter der heutigen Rue des Philosophes folgten sich ab Beginn der Eisenzeit zahlreiche Siedlungen, die periodisch vom Hochwasser oder durch Ufererosion zerstört wurden. Die ausgezeichnete Konservierung des Holzes im Boden der Fundstätte ermöglicht eine präzise dendrochronolog. Datierung. Auf einigen Flächen fanden sich Spuren von Ackerbau und Hinweise auf Bauten des 7. Jh. v.Chr. Zwei Palisadenteilstücke aus Holz, das am Ende des 4. Jh. v.Chr. geschlagen wurde, sind die einzigen bekannten Überreste der ersten geschlossenen, mehrere Hektaren grossen Siedlung. Holzbauten, Gräben und gut datierbare Artefakte belegen die Existenz eines unbefestigten Dorfs während des ganzen 2. Jh. v.Chr., das in der Folge von Seesedimenten überlagert wurde. Um 80 v.Chr. wurde ein mit Frontpfosten versehener Umfassungswall aus Erde und Holz, eine sog. Pfostenschlitzmauer, errichtet. Dieses oppidum von 3-4 ha Fläche wurde wiederum überschwemmt und schon in der Mitte des 1. Jh. v.Chr. abgebrochen, als auf den nahe gelegenen Anhöhen in Sermuz eine Befestigungsmauer (murus gallicus) gebaut wurde.

Das Gebiet von Y. wurde weiterhin besiedelt, und z.Z. des Übergangs in die röm. Epoche entstand auf beiden Ufern der Zihl der vicus Eburodunum, dessen Name durch Inschriften belegt ist. Die wirtschaftl. Bedeutung des Dorfs veranschaulicht ein Schleppkahn (110-115 n.Chr.), der 1971 im Mündungshafen der Zihl entdeckt wurde, sowie ein 1984 gefundener Nachen (4. Jh. n.Chr.). 1912 wurden die Thermen des vicus ausgegraben. Die 700 m vom vicus entfernt liegende Thermalquelle Les Bains war schon im Altertum bekannt; 1907 wurden röm. Votivinschriften gefunden. In spätröm. Zeit, ab 325 n.Chr., wurde Eburodunum aufgrund seiner strateg. Lage zu einem Kastell (castrum) ausgebaut. Die mit zwei Toren und elf Türmen versehene rautenförmige Befestigung (140 x 140 m) umfasste die Thermen sowie andere (noch nicht ausgegrabene) öffentl. Einrichtungen. In der "Notitia Dignitatum" aus der Zeit des Übergangs vom 4. zum 5. Jh. wird Eburodunum als Stützpunkt einer Militärflottille erwähnt. Die Christianisierung ist durch Funde aus dem 5. Jh. n.Chr. auf den Friedhöfen am Stadtrand belegt, u.a. durch mehr als 300 Gräber in Le Pré de la Cure. Im castrum wurde eine Kirche errichtet, die später das Marien-Patrozinium Notre-Dame erhielt.

Autorin/Autor: Denis Weidmann / AHB

2 - Vom Frühmittelalter bis ins 21. Jahrhundert

Das röm. Kastell, das vermutlich ab der 2. Hälfte des 5. Jh. unter burgund. Kontrolle und dann unter jener des Bf. von Lausanne stand (1011), scheint während des ganzen FrühMA, vielleicht sogar bis ins 13. Jh. hinein, rund um die 1174 erw. Pfarrkirche Notre-Dame bewohnt gewesen zu sein. Dann wurde die Siedlung Eburodunum aufgegeben. Die Kirche hingegen wurde noch im 16. Jh. benutzt. Eine zweite Siedlung entstand wahrscheinlich in der Nähe der Zihlmündung (heute Rue du Pré und Rue du Collège) auf dem neuen Strandwall, der sich ungefähr im 8. Jh. n.Chr. durch Schwankungen des Seespiegels gebildet hatte. 1174 ist Y. als villa, d.h. als Siedlung ohne Umfassungsmauer, im Zentrum einer der grössten Pfarreien des Waadtlands bezeugt. Um 1235 liess Amédée de Montfaucon, Herr von Orbe, ein Schloss bauen, das bald darauf zerstört wurde. Zu dieser Zeit erhob Aymon de Faucigny, der sich in den 1240er Jahren in der Gegend ansiedelte, Anspruch auf Y. Sein Schwiegersohn, Peter II. von Savoyen, festigte die savoy. Herrschaft und begann um 1258 mit dem Bau des Schlosses und der neuen Stadt, noch bevor seine Herrschaft am 26.4.1260, dem offiziellen Gründungsdatum der Stadt, anerkannt wurde. Y. wurde zum Zentrum einer Kastlanei der Vogtei Waadt, die bis zur Rückkehr unter die direkte Kontrolle der Savoyer zur Apanage der Herren der Waadt gehörte (1285-1359). In den Burgunderkriegen wurde Y. 1476 von den bern. und freiburg. Truppen geplündert und in Brand gesteckt. Wie das übrige Waadtland kam die Stadt 1536 unter bern. Herrschaft und wurde Sitz einer Landvogtei, die deutlich grösser war als die ehem. Kastlanei.

Schon bei der Gründung der Stadt erhielten die Bürger von Y. gewisse Privilegien und 1266 vermutlich ein Stadtrecht. Um 1330 verfügte Y., verwaltet durch den zwölf- bis vierzehnköpfigen Stadtrat und die Gemeindeversammlung, über eine gewisse Gemeindeautonomie. Als bonne ville liess sich die Stadt regelmässig an den Waadtländer Landständen vertreten. Ab dem 15. Jh. konzentrierte sich die Gemeindegewalt beim Kl. Rat, der nur einer geringen Zahl von Bürgern offenstand. Diese Entwicklung führte zu Konflikten zwischen Notabeln und Einwohnern, doch es gelang Letzteren nicht, die Oligarchisierung aufzuhalten. Die Berner Herrschaft brachte kaum Veränderungen. Bern garantierte die Stadtrechte und ordnete die Behörden neu in einen Zwölferrat, der im Wesentlichen die Macht ausübte, und einen Vierundzwanzigerrat. Die auf Lebenszeit und nur aus den Bürgern bestellten Räte, die sich durch Kooptation ergänzten, waren ab dem 17. und v.a. im 18. Jh. nur noch wenigen Fam. vorbehalten, namentlich den Bourgeois, Christin, Doxat, Duthon, Masset und Treytorrens. Diese oft mit Herrschaften ausgestattete, in fremden Diensten und im Handel tätige Elite beherrschte das polit. und soziale Leben bis zum Zusammenbruch des Ancien Régime.

Beim Sturz des Ancien Régime und der Bildung des neuen Kantons (1798-1803) spielten die Behörden von Y., die im Mai 1802 Zielscheibe der Bourla-Papey waren, nur eine untergeordnete Rolle. 1803 wurde die Stadt Hauptort des Bez. Yverdon. Sie gab sich neue Gemeindebehörden (Munizipalität), in denen einige wenige, meist begüterte Bürger den Ton angaben. Während im Kanton ab 1845 die Radikalen regierten, blieb Y. im 19. Jh. hauptsächlich unter dem Einfluss der Liberalkonservativen; trotz einiger heftiger Konfrontationen wie dem Umsturzversuch der Radikalen von 1847-48. Die Radikalen, denen die Industrialisierung zum Erfolg verhalf, gelangten in Y. erst 1889 an die Macht und behaupteten sich bis 1905. Obwohl sich die sozialen Konflikte zu Beginn des 20. Jh. häuften, u.a. wurde 1907 bei Vautier gestreikt, verbündeten sich die Liberalkonservativen mit den Sozialdemokraten, um die radikale Hegemonie zu brechen. Vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs und der Russ. Revolution 1917 wurde der liberal-radikale Nationale Block (1917-45) gegründet, der den wachsenden Einfluss der Arbeiterbewegung eindämmen wollte. Nach dem Krieg errangen die Sozialdemokraten und die Kommunisten (Parti ouvrier populaire) die Mehrheit. Seither streiten sich die Linke (1946-53, 1974-89, 1994-2001, 2009-) und die Rechte (1954-73, 1990-93, 2002-09) um die Macht.

Angeschmiegt ans Schloss mit dem typ. Viereckgrundriss des Carré savoyard, dehnte sich Y. ab 1259 den drei Hauptstrassen entlang aus, die noch heute das städt. Zentrum gliedern. Die Stadt war von einer Mauer umschlossen und von den versch. Armen der Zihl sowie im Norden vom See umgeben. Ab Ende des 13. und zu Beginn des 14. Jh. entstanden mehrere Vorstädte im Westen (Moulins, Hôpital) und im Osten (Plaine, Notre-Dame, Four); einen Kilometer in nordöstl. Richtung von der Stadt entfernt entwickelte sich Clendy. Am Platz beim Schloss, der sich allmählich zum Zentrum des Gemeindelebens wandelte, wurde die neue Pfarrkirche gebaut, ab dem beginnenden 15. Jh. Markt gehalten (ab 1472 in einer Markthalle) und um 1522 der Ratssaal errichtet, aus dem 1560 das Rathaus hervorging. Seine heutige Form nahm der Platz im 18. Jh. an, als die aufstrebende Stadt ihre wichtigsten Gebäude neu erbaute: 1757 die ref. Kirche, 1769 das Rathaus und 1776 die Gemeindetaverne. Erst nach 1798, als mit dem Abbruch der Ringmauern begonnen wurde, und dann wieder am Ende des 19. Jh. wuchs Y. über seinen ma. Kern hinaus.

Als Ergänzung zur um 1560 zerstörten Pfarrkirche des alten castrum wurde zu Beginn des 14. Jh. innerhalb der Stadtmauern eine Marienkapelle erstellt. Ein anderer der Grablege dienender Bau am Ort des castrum ist Anfang des 15. Jh. belegt, doch wurde er vermutlich schon im FrühMA errichtet. Im März 1536 wurde der Stadt, die sich Bern nicht sofort ergeben hatte, die Reformation aufgezwungen. Der Chor der Notre-Dame-Kapelle wurde niedergerissen, die Güter der Pfarrei konfisziert und 1556 dem Spital übertragen, das Anfang des 14. Jh. gegründet worden war. Y. wurde zum Zentrum eines der vier Pfarrkapitel des Waadtlands. Erst nach der Unabhängigkeit der Waadt erhielten die Katholiken das Recht zurück, die Messe zu feiern, und zwar in der ehem. Schlosskapelle (1832), dann in der Kirche Saint-Pierre (1841). Zahlreiche prot. Abspaltungen sowie die Einwanderung trugen zur Vervielfachung der religiösen Gemeinschaften bei. Ab dem 14. Jh. waren Juden im Handel tätig. Um 1856 liess sich eine jüd. Gemeinschaft aus dem Elsass in Y. nieder und richtete ein Betlokal ein, das 1970 geschlossen wurde.

Die mitten in einem Landwirtschaftsgebiet gelegene Savoyerstadt wurde von Anfang an mit einem Markt ausgestattet, 1264 sogar mit einem Jahrmarkt, der ab 1427 drei- und ab 1510 fünfmal jährlich stattfand. Dank der Zihlregulierung ab 1279 konnte Y. seinen Handel per Fluss- und Seeweg ausdehnen. Die Schifferzunft erhielt das Transportmonopol zwischen Orbe und Solothurn. Mit dem Bau des Entreroches-Kanals 1636 nahm der Güteraustausch, v.a. Genferseewein und franz. Salz, noch zu. Bern unterhielt nach der Errichtung des Salzmonopols 1623 in Y. ein Depot. Der 1279 erstellte Canal des Moulins trieb während sechs Jahrhunderten die Räder der lokalen Gewerbebetriebe (Getreide- und Walkmühlen) an, was namentlich zur Entstehung einer Tuchhändlerzunft und schliesslich zur Ansiedlung einer ersten, 1617-26 von Pyramus de Candolle geleiteten Manufaktur führte. Im 18. Jh. machten der Neubau des Thermalbads (1730-35), v.a. aber die Publikation der Encyclopédie d'Yverdon durch Fortunato Bartolomeo de Felice die Stadt europaweit bekannt. Zu dieser Zeit gründete die von Elie Bertrand ins Leben gerufene Ökonom. Gesellschaft um 1760 ein Museum und 1763 eine öffentl. Bibliothek. 1805-25 beherbergte das Schloss Johann Heinrich Pestalozzis Erziehungsinstitut.

Die Einweihung der ersten Westschweizer Eisenbahn zwischen Y. und Morges 1855 stellte die Stadt ins Zentrum des neuen Schienennetzes und förderte ihren industriellen Aufstieg (Reparaturwerkstätte der Eisenbahn, Tabakmanufaktur Vautier 1858). Durch die Eröffnung der Bahnlinie Y.-Sainte-Croix 1893 nahm der Austausch zwischen den beiden Ortschaften zu. Die Industrialisierung wurde zu Beginn des 20. Jh. durch die Ansiedlung neuer Unternehmen aus der Metallverarbeitung sowie der Lebensmittel- und Baubranche verstärkt, darunter der Batterienhersteller Leclanché (seit 1909), der Schreibmaschinenbauer Paillard (1920-74) und der Produzent des Mineralwassers Arkina (1922-2008, seit 2011 Nutzung der Gebäude durch die Bière du Boxer), dessen Quellen 1920 der armen. Industrielle Puzant Masraff erworben hatte. 1850-1910 nahm die Bevölkerung stark zu. Nach dem Bau des Bahnhofs und der 1. Juragewässerkorrektion (1868-91) entstand zwischen der ma. Stadt und dem See eine Industriezone in der Nähe der Bahnlinie. Diese Zone bot auch Platz für die neuen Sport- und Freizeitaktivitäten (1898-1999 Pferderennbahn). Die Stadt erstellte neue Infrastruktureinrichtungen wie 1897 das Collège, 1898 das Casino-Theater und 1897 die Post. Das vergrösserte und modernisierte Thermalbad erlebte seine Glanzzeit, nachdem der Betrieb 1878 wieder aufgenommen worden war. Der Aufschwung des Luxustourismus und der Erfolg der Hydrotherapie zogen eine kosmopolit. Kundschaft an. Der 1. Weltkrieg setzte diesem Kurbetrieb vorerst ein Ende, bevor dieser ab 1977 nach einer vollständigen Umgestaltung des Thermalzentrums wieder aufblühte.

<b>Yverdon-les-Bains</b><br>Werbeplakat für die Radios von Paillard, gestaltet von  Martin Peikert,   1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>Paillard war ab den 1920er Jahren für seine Schreibmaschinen der Marke Hermes bekannt, zudem ab den 1930er Jahren für seine Bolex-Kameras und -Projektoren. Grossen Erfolg hatte das Unternehmen auch mit seinen Radios und Grammofonen.<BR/>
Werbeplakat für die Radios von Paillard, gestaltet von Martin Peikert, 1937 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Die Wirtschaft zog nach der Krise der 1930er Jahre und dem Krieg wieder an. Im Sog von Paillard (ca. 1'400 Arbeitsplätze 1960) dominierte die Maschinenindustrie und verwandelte Y. in eine Industrie- und Arbeiterstadt, die 1968 zur zweitgrössten Stadt des Kantons aufstieg. Um die zahlreichen Einwanderer unterzubringen, wurden neue Quartiere gebaut. In den 1970er Jahren führte die Wirtschaftskrise zum Verlust vieler Arbeitsplätze und zu einem spürbaren Rückgang der Bevölkerung. Die Behörden bemühten sich, die lokale Wirtschaft neu auszurichten und das Image der Stadt aufzuwerten, indem sie das hist. Zentrum sanierten und neue Kulturbetriebe förderten (1976 Maison d'Ailleurs, 1979 Théâtre de l'Echandol, 1979 Jeux du Castrum, um 1980 der wiederbelebte Karneval Brandons, Expo.02). Ferner investierte sie in den Bildungssektor (1974 Gymnasium; 1975 Ingenieurschule, umgewandelt 1998 in die Hochschule für Ingenieurwissenschaften und Verwaltung des Kt. Waadt) und in die neuen Technologien (1986 Y-Parc, erster Wissenschafts- und Technologiepark der Schweiz). 2005 stellte der 2. Sektor in Y. rund 18% und der 3. Sektor 81% der Arbeitsplätze.

<b>Yverdon-les-Bains</b><br>Tourismusplakat zu den Vorzügen der Thermalquellen der Stadt, gestaltet von  François Gos,   1930 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>Die seit der Römerzeit bekannten Kurbäder erlebten im 18. Jahrhundert ihr goldenes Zeitalter. Als die Thermalbäder sich ab der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder grösserer Beliebtheit erfreuten, beschlossen die Stadtbehörden 1981, Yverdon in Yverdon-les-Bains umzubenennen.<BR/>
Tourismusplakat zu den Vorzügen der Thermalquellen der Stadt, gestaltet von François Gos, 1930 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Autorin/Autor: Patrick Auderset / AHB

Quellen und Literatur

Literatur
  • Ur- und Frühgeschichte

    – R. Kasser, Yverdon, histoire d'un sol et d'un site avec la cité qu'ils ont fait naître, 1975
    – D. van Berchem, Les routes et l'histoire, 1982, 263-276
    – C. Wolf, Le site littoral d'Yverdon, Avenue des Sports, 1993
    Les embarcations gallo-romaines d'Y., Ausstellungskat. Y., 1997
    – L. Steiner et al., La nécropole du Pré de la Cure à Y., 2 Bde., 2000
    – C. Brunetti et al., Y. et Sermuz à la fin de l'âge du fer, 2007
    – C. Brunetti, D. Weidmann, «Eburodunum, entre deux eaux», in ArS 31, 2008, 22-29
  • Vom Frühmittelalter bis zum 21. Jahrhundert

    – R. Déglon, Yverdon au Moyen Age, 1949
    Histoire d'Yverdon, 3 Bde., 1995-2001
    – J. Favrod, «Yverdon du Bas-Empire au Moyen Age», in La nécropole du Pré de la Cure à Y. 1, 2000, 18-30
    – D. de Raemy, Châteaux, donjons et grandes tours dans les Etats de Savoie (1230-1330), 2 Bde., 2004
    – C. Schülé, Les eaux thermales d'Y., 2007