14/01/2014 | Rückmeldung | PDF | drucken

Ursins

Polit. Gem. VD, Bez. Jura-Nord vaudois. 1008 in Ursingio, 1174 Ursi. 1389 7 Feuerstätten; 1550 17; 1764 168 Einw. (25 Feuerstätten); 1803 147; 1850 252; 1900 201; 1950 173; 2000 170. Ein galloröm. Tempel, zwei weitere Heiligtümer und versch. Bauten, die durch Luftprospektion 2003 zutage getreten sind, lassen vermuten, dass U. zwischen 50 v.Chr. und 250 eine wichtige regionale Kultstätte war. Schon 1608 machte Wilhelm Fabry Ausgrabungen. Beim Wiederaufbau der Kirche 1702 nach den Plänen des Berners Samuel Jenner diente das Mauerwerk der Cella - wohl ähnlich wie bereits beim Bau im 6. Jh. - als Fundament des neuen Längsschiffs. 1908-10 unternahm Albert Naef Ausgrabungen und restaurierte die Mauern des Ambitus. Im MA ist eine Ritterfam. in U. belegt. Bf. Amadeus schenkte dem Lausanner Kapitel das Patronatsrecht der wahrscheinlich dem hl. Martin geweihten Kirche. Bis zur Reformation war sie Pfarrkirche, danach eine Filiale von Gressy. 1415 wird eine Dorfgenossenschaft erwähnt. Das Dorf gehörte zur Herrschaft Belmont, unter bern. Herrschaft zur Kastlanei Belmont der Landvogtei Yverdon. 1798-2006 war U. Teil des Bez. Yverdon. 1921-92 bestand eine Milchgenossenschaft. 1955 fand eine Güterzusammenlegung statt. 1947 schloss das Café, 1967 die Schule, die 1983 zu einem Mietshaus umgebaut wurde, und 1977 der Lebensmittelladen. U. ist noch immer landwirtschaftlich geprägt.


Literatur
– O. Dessemontet, La seigneurie de Belmont au pays de Vaud, 1955
– M. Grandjean, Les temples vaudois, 1988
Archéologie en terre vaudoise, Ausstellungskat. Vidy, 2009, 168 f.

Autorin/Autor: Olivier Dessemontet / MS