Gemeindekammer

Kommunale Behörde z.Z. der Helvetik (franz. chambre de régie, ital. camera di maneggio). Von der Generalversammlung der Anteilhaber am Gemeindegut gewähltes, höchstens 15-köpfiges, von einem Präs. geleitetes Gremium, das gemäss Gesetz vom 15.2.1799 die Güter der Ortsbürgerschaft verwaltete. Vier Mitglieder übten als Seckelmeister, Armenpfleger, Bauinspektor und Forstaufseher besondere Funktionen aus. Grössere G.n waren in Kommissionen (Rechnungs-, Bau-, Armengüter-, Forstkomm.) aufgeteilt. Die Behörde musste jährlich zu einem Drittel erneuert werden. Am 16.4.1801 wurde die Abhaltung der Generalversammlung (Versammlung der Ortsbürger) zur Wahl der Gemeindeverwalter bis zum Erlass eines neuen Gemeindegesetzes -- faktisch bis zum Ende der Helvetik -- aufgeschoben.


Quellen
ASHR 3, 1170-1178; 6, 830-832
Literatur
– E. His, Gesch. des neuern Schweiz. Staatsrechts 1, 1920, 138-145

Autorin/Autor: Andreas Fankhauser